Wer hätte das gedacht: Der Flughafen Berlin-Brandenburg International „Willy Brandt“ (ICAO: EDDB, IATA: BER) wurde nun doch noch im Jahr 2014 eröffnet. Wenn da nicht dieser kleine Makel wäre – leider ist es nur die Umsetzung für den Flugsimulator. Blöd aber auch, dass die Entwickler von Limesim und 29Palms nicht auch den realen Airport entwickelt haben. Denn dieser sollte eigentlich schon im Jahr 2011 eröffnet werden. Doch es gab – und gibt – u.a. schwerwiegende Probleme mit der hochkomplexen Brandschutzanlage, welche sich später als kompletter Planungsfehler herausstellte – man hatte das System doch tatsächlich gegen die Gesetze der Physik konstruiert. Dies brachte dem Flughafen unter anderem den Spitznamen „Willy Brandschutz“ ein.

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Die Kosten haben sich mittlerweile mehr als verdoppelt, „Pannen BER“ befindet sich derzeit im Instandhaltungsbetrieb – mehrmals täglich führt die S-Bahn sogenannte „Entlüftungsfahrten“ durch, damit es im unterirdischen Bahnhof nicht schimmelt. Die Anlage zum Koffertransport läuft zweimal die Woche, damit sie die Bauphase nahezu unbeschadet – denn ein Ende ist derzeit nicht in Sicht. Die Politiker Klaus Wowereit (SPD, Bürgermeister von Berlin), Matthias Platzeck (SPD, war bis 2013 Ministerpräsident des Landes Brandenburgs) sowie der ehemalige Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) haben  – bzw. hatten – mit viel Kritik zu kämpfen, auch der neue Flughafenchef Martmut Mehdorn hat es bis heute nicht geschafft, die Probleme zu lösen – nicht einmal im Ansatz, wie viele behaupten.

Die Firma Siemens soll nun die Brandschutzanlage umbauen, hat bis jetzt aber noch keine aktuellen Gebäudepläne erhalten. Das Architekturbüro gmp beziehungsweise die Planungsgemeinschaft „pg bbi“ wurde bereits 2012 gefeuert – das letzte Stück Planungskompetenz ging verloren. Ende Oktober 2016 läuft die Baugenehmigung aus. Ob der Flughafen bis dahin fertig ist, bleibt fraglich. Und nicht nur das: Sollte BER in absehbarer Zukunft eröffnet werden, so wird er gleich zu Beginn an der Kapazitätsgrenze arbeiten müssen. Wer sich noch etwas über BER informieren will, kann auf Youtube einen interessanten Bericht finden.

Doch weil das alles so traurig ist, jetzt wieder zurück zur virtuellen Umsetzung – von uns gab es schon insgesamt zwei Preview-Artikel. Der Mega Airport Berlin-Brandenburg beinhaltet unter anderem hochdetaillierte Gebäude, HD-Texturen, hochaufgelöste Luftbilder, realistische Beleuchtung, Landmarken wie der Waltersdorf  Einkaufskomplex, 3D-Gras, zahlreiche Autogen-Objekte, ein Manager-Programm sowie vieles mehr. Mit dabei ist auch der alte Flughafen Schönefeld, welcher ebenfalls sehr akkurat wiedergegeben wurde. Wer nur Schönefeld nutzen will, der kann BER über den Manager deaktivieren.

Dann befindet sich der AI-Verkehr nur auf dem alten Gelände, die neue Startbahn sowie die Zugänge zum neuen Vorfeld sind mit einem X gekennzeichnet, die Reifenspuren auf der neuen Runway verschwinden. Rund 25€ kostet die Szenerie, kaufen könnt ihr diese im Aerosoft-Shop. Derzeit ist nur die FSX-Version mit dabei, die Umsetzung für Prepar3D V2.2 folgt aber innerhalb der nächsten Woche und ist kostenlos für Besitzer der FSX-Version. Eine Box-Version ist für Ende Mai geplant.

Autor

Hallo, ich bin Frank und schreibe seit 2011 für flusinews.de. Damals war unsere Website ein kleines Hobbyprojekt, heute eine wichtige Stimme in der Flugsimulator-Szene – auch wenn wir immer noch in unserer Freizeit schreiben. Auf flusinews.de kümmere ich mich um alles, was irgendwie mit Inhalten zu tun hat. Am liebsten schreibe ich ausführliche Hintergrundberichte über Themen, welche die Szene bewegen.

Bisher 3 Kommentare

  1. Beim Flugsimulator wird es auch bleiben. Nachdem der BER nun zum Weltkulturerbe erklärt wird, kann er natürlich nicht mehr mit echten Flugzeugen angeflogen werden. Auf Dauer würde das den idyllischen Charakter stören. Da er im Übrigen leicht über den Flughafen Tegel und mit der Bahn erreichbar ist und auch eine ideale Fernbushaltestelle abgibt, wird dieses Radlerparadies als Weltkulturerbe eine solche Touristenattraktion, dass die Verluste bald ausgeglichen sein werden.

  2. Hallo Sascha, sorry, jetzt erst gesehen. Aber der Postillon ist doch klassenfeindliche Konkurrenz – und Tschekisten können auch nicht für Honorar arbeiten. Aber danke für die wertvolle Einschätzung. Manche halten das ja glatt für Satire … ;-)))

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