Im heutigen Review soll es diesmal nicht um das Fluggerät oder die szenische Umgebung gehen, sondern um ein Flugsicherungs- und FlugplanungsAdd-On für den Microsoft Flight Simulator X und Prepar3D mit Namen Pro-ATC/X. Der Publisher verspricht auf seiner Website eine „Professionalle[sic!] Flugführung“ und auch, dass die Software auf „[…] eindrucksvolle Weise die Standard-Flugführung“ des FSX ersetzen soll. Die Kosten für das Add-On liegen bei stolzen 49,95€; da wird der ATC-interessierte User schnell neugierig. Also sehen wir uns das Programm intensiv aus der Nähe an.

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Kauf, Download und Installation

Pro-ATC/X kann ausschließlich online und somit als Download bezogen werden. Die Installation verläuft problemlos und die Einrichtung kann beginnen. Zunächst fällt die geordnete Struktur des Flugplanungs- und Konfigurationsteils auf. So lassen sich reichlich Einstellungen zur Flugführung, zum Sprechverhalten des sogenannten Background-Chatters (hierzu später mehr), sowie zum Bezug von aktuellen Wetterdaten vornehmen. Alles macht einen soliden und durchdachten Eindruck und nachdem man sich im Forum den Guide zur optimalen Nutzung der Software durchgelesen hat, weiß man auch, wie der integrierte Szenerie- und AIRAC-Datenabgleich funktioniert. Hierzu sei aber gesagt, dass ein zusätzliches, wenn auch kostenloses, externes Tool benötigt wird (makerunways vom FSUIPC-Erfinder Peter Dowson). Der genannte Ableich funktioniert problemlos und in allen vom Autor getesteten Szenarien gab es hinsichtlich der Navigation erstaunlicherweise fast keine Probleme. Der Abgleich mit den jeweils verwendeten AIRAC-Cycles ist unbedingt zu empfehlen, da man sonst schnell die Freude verliert, wenn Lotse und Pilot sozusagen aneinander vorbeireden. Bei der Konfiguration lassen sich Exportpfade für Flugpläne festlegen und Bezugsquellen für METARs benennen. Die Einbindung von bekannter Wettersoftware ist mit Opus und ActiveSky 2012 ebenfalls möglich. Auf die Frage, warum ActiveSkyNext oder auch die REX-Wetterengine nicht unterstützt werden, erfolgte im Pro-ATC-Nutzerforum bisher keine Reaktion.

Flugplanung mit visueller Darstellung der Route
Flugplanung mit visueller Darstellung der Route

Hat man alles eingerichtet, ist es Zeit, mit dem Flugplanungstool eine Route zu erstellen. Es handelt sich hier nicht um einen professionellen Flugplaner, aber das Tool ist für den Gelegenheitsflieger durchaus zu gebrauchen. Die Route kann manuell eingegeben oder einfach automatisch ausgerechnet werden. Die entsprechenden SID und STAR bzw. die dazugehörigen Transitions (Destinationswinde können sich ja bekanntlich schnell ändern) ausgesucht und ab in den Flieger!

Erster Eindruck und Steuerung

Sitzt man im gewünschten Flugzeug, muss Pro-ATC/X manuell gestartet werden. Es ist nämlich nicht in den FSX implementiert, sondern läuft eigenständig und ohne nennenswerte Verluste der Framerates im Hintergrund. Ein absolutes Highlight für denjenigen, der noch nicht in den Genuss von Checklisten-Add-Ons gekommen ist, offenbart sich bald nach dem Start; der virtuelle Copilot. Er übernimmt zahlreiche (einstellbare) Aufgaben und verliest die Checklisten, die man für jeden Flieger anhand vorgefertigter Module selbst konfigurieren kann. Sprunghaft steigt das Authentizitätslevel mit dem sogenannten Background-Chatter, also der Wiedergabe realen ATC-Funkverkehrs im Hintergrund. Ein innovatives, spannendes Feature und ein Pluspunkt für die Software. Am Rande sei jedoch erwähnt, dass so etwas in der neuen Airbusserie von Aerosoft bereits enthalten und ebenfalls gut gelungen ist.

Übersicht über gespeicherte Pläne und Optionen-Fenster
Übersicht über gespeicherte Pläne und Optionen-Fenster

Im Flug bedient man zur Kommunikation ein sogenanntes Inflight-Fenster, das stark an die FSX-Standard-Variante angelehnt ist. Bedauerlicherweise scheinen sich die Tastaturbelegungen der Sprachsequenzen trotz Vorgabe dieser Möglichkeit nicht ändern zu lassen. Hüten sollte mansich außerdem vorm „Verdrücken“ in den Sequenzen, denn sonst wird man bei einem aus Versehen abgebrochenen Abflug gezwungen, bis an das Abfluggate zurückzukehren, es gibt keine Möglichkeit die Flugführung dann trotzdem fortzusetzen.

Schauen wir uns im Folgenden nun ein paar der wichtigsten Programmschwerpunkte genauer an:

ATC Backgroundchatter

Der mitgelieferte Funkverkehr ist äußerst authentisch. Zum Teil bemerkt man beim Überflug über verschiedene Regionen sogar Akzentunterschiede der virtuellen Lotsen. Allerdings gelangt man schnell an den Punkt, an dem einem Wiederholungen der Sprechsequenzen auffallen. Darüber hinaus ist der Funkverkehr zwar global grob gegliedert, jedoch bisweilen auch sehr willkürlich. An einem kleinen norwegischen Regionalairport waren beispielsweise ganze Abfolgen von Manchester Approach oder London Center zu hören. Darüber hinaus kommt es an besagten kleinen Flughäfen mitunter zu minutenlagen Wiederholungsschleifen dergleichen Aufzeichnungen. Hier wird es also schon unrealistischer. Laut Hersteller soll es die Möglichkeit geben, weitere Stimmsätze von einer eigenen Datenbank einzufügen, im Nutzerforum wurde aber diesbezüglich von größeren Schwierigkeiten berichtet.

Detailansicht Flughafenlayout für Orientierung auch während dem Taxiing
Detailansicht Flughafenlayout für Orientierung auch während dem Taxiing

Ein weiteres Problem ist, dass sich die Controllerstimme, die mit dem AI-Verkehr und dem eigenen Flieger kommuniziert, natürlich stark vom Background-Chatter unterscheidet—das allerdings ist technisch auch hinnehmbar. Weiterhin auffällig ist, dass die virtuelle ATC einige Sektorbezeichnungen unterschlägt und diesen Fakt mit einer hörbaren Überbrückung zu kaschieren versucht. Außerdem kann es schon einmal vorkommen, dass Teile der Anweisungen doppelt wiedergegeben werden oder auch fehlen, obwohl sie im parallel stets mitlaufenden Fließtext erkennbar sind.

Clearance und Abläufe

Überzeugend sind Handhabung und Durchführung der verschiedenen Clearence-Abläufe in der Flugvorbereitung. Die SID wird genannt, Squawk und QNH sind enthalten, auf korrekte Wiederholung wird geachtet und die Übergabe an die nächste kontrollierende Stelle funktioniert nach einigen Updates nun verhältnismäßig gut. Die Freigabe des Fluges inklusive Windansage und „Contact Departure…“-Sequenz, also das selbstständige Anmelden des Piloten beim Departurecontroller, sind korrekt und authentisch. Ebenso verhält es sich mit der Übergabe des Approachlotsen an den Tower. Hier sieht man einen echten Vorteil gegenüber der FSX-nativen Flugführung, die im Prinzip ja keine SID und nur sehr eingeschränkt STARS kennt. Problematisch ist, dass es vorkommen kann, dass AI-Flugzeuge bei z.B. einer Landebahn exakt in die entgegengesetzte Richtung starten, für die man selbst die Clearance bekommen hat.

Optionen zur Bearbeitung der Checklisten
Optionen zur Bearbeitung der Checklisten

Die ATC-Flugführung

Insgesamt bringen die Sprachsequenzen mehr Realismus in die Durchführung des Fluges, die Bodenkontrolle ist sogar in der Lage AI-Traffic zu erkennen, allerdings gibt es hier noch das eine oder andere Problem mit den Rollanweisungen. So erhalten AI-Flieger mitunter Anweisungen, die das Taxiing zu einer Art Stop-and-Go-Verfahren werden lassen. Auch die Taxiways scheinen nicht immer zur FSX-Standard-Szenerie zu passen. Was fehlt sind ATC-Passagen wie das „Give way for…“-Verfahren oder die nummerische Einreihung in die Abflugfolge bei hohem Verkehrsaufkommen. Ein absolutes No-Go ist das völlige Fehlen einer Crossing-Runway-Option. Hier werden Taxiways zugewiesen, aber keine Freigaben für das Queren der teilweise aktiven Startbahnen erteilt. Also Vorsicht vor AI-Traffic! Bei der Startfreigabe bemerkt man schnell, dass hier immer erst die „Line up runway“-Clearance erteilt wird und dann separat die Starterlaubnis eingeht. Ein „Line-up behind landing…“ sucht man hier genauso vergebens wie eine „expect wake turbulence“-Meldung z.B. später im Anflug. Darüber hinaus ist auch keine Rolling-Departure möglich.

Darstellung von An- und Abflugprozeduren im Planungstool
Darstellung von An- und Abflugprozeduren im Planungstool

Im Reiseflug fällt auf, dass es außer dem „Direct to waypoint“-Request, (der Anforderung, den Alternate-Flughafen anzufliegen), sowie eine andere Höhe einzunehmen keine größeren Einflussmöglichkeiten für den Piloten gibt. Der Wunsch, beispielsweise ein Gewitter zu umfliegen, bleibt so unerfüllt. Darüber hinaus verfolgt die virtuelle ATC die eingereichte Route ziemlich strikt, d.h. sollte der Flieger durch Windversatz oder fehlender manueller Eingabe eines Wegpunktes diesen verfehlen, besteht die Flugsicherung mit Heading-Angaben auf Umkehr und Abfliegen der Route. Eine absolut unrealistische Forderung, zumal es mitunter dann keine Möglichkeit mehr gibt, die Flugführung normal fortzusetzen. Das Kommando zum Abfliefen des „vergessenen“ Wegpunktes wird nämlich bis zum Ankunftsflughafen erteilt. Hinsichtlich des Sinkfluges soll es laut Forum in letzter Zeit häufiger Probleme mit Freigaben unterhalb sogenannter Speed- oder Altituderestrictions gegeben haben. Überhaupt fällt auf, dass das Programm bei Schwierigkeiten in der Flugführung zu einer Art Sackgassenphänomen neigt, d.h. es führt mitunter nach einer Störung kein Weg mehr zur normalen Fortsetzung oder Abhandlung zurück.

Darstellung der Freigabe der Clearance Delivery im Kommunikationsbalken und das "In-Flight"-Fenster
Darstellung der Freigabe der Clearance Delivery im Kommunikationsbalken und das „In-Flight“-Fenster

Besonders ärgerlich ist das, wenn man nach einem Mittelstreckenflug einen Go-Around bzw. Missed Approach fliegt, vom Towerlotsen korrekt zum Approachlotsen übergeben wird und von diesem dann nie wieder etwas hört und ihn auch über Frequenzwechsel nicht mehr erreicht. Ein weiterer Fehler ist besonders in der Sinkflugphase zu beobachten. Hier bekommt man Freigaben z.B. für FL130 bereits mit QNH-Durchsage, obwohl in der Pro-ATC-Datenbank bspw. für Norwegen übliche Transition Altitudes von 7000ft hinterlegt sind. Hält man sich nicht an die QNH-Angaben, kann es passieren, dass man im Approach nicht die ATC-„gewünschte“ Höhe erreicht, was wiederum zur Folge hat, dass man nicht für die nächst niedrigere Stufe ge“cleared“ wird und der Anflug zum Desaster wird (siehe Sackgassenphänomen!)

Einsicht in die Flughafendaten des aktuellen AIRAC-Cycles
Einsicht in die Flughafendaten des aktuellen AIRAC-Cycles

Ein weiteres Highlight des Programms soll die Möglichkeit sein, einen „Emergency“, also einen Notfall, erklären zu können. Hier hat der Nutzer die Wahl zwischen einem „Mayday, Mayday, we’re going down“ und auch dem „Smoke in Cockpit“-Szenario sowie vielen anderen. Bei drei Versuchen ist es jedoch nicht gelungen, Anweisungen vom Lotsen zu empfangen. Man wurde alleingelassen und es gab keine Möglichkeit mehr, den Reiseflug auch bei Behebung des Problems normal fortzusetzen. Und da man Pro-ATC/X, und das ist ein wichtiger Punkt, nicht mal eben „in Flight“ starten kann, sondern sich auf einer konkreten Gateposition befinden muss, ist das Flugerlebnis ATC mit diesen Fehlern bei so manchem Flug früher oder später zunichte gemacht. Ganz zu schweigen davon, dass auf die entsprechende Beschwerde eines Users im Forum bisland niemand zu reagieren scheint. Vielleicht ist dieses Feature angesichts einiger anderer drängender Probleme ja ins Hintertreffen geraten.

Detail Flugplanbearbeitung, hier mal im Nachtmodus (visueller Akzent)
Detail Flugplanbearbeitung, hier mal im Nachtmodus (visueller Akzent)

Gut gelungen und bisher positiv auf Funktion getestet ist das Holding-Verfahren. Hier wird man konsequent in die Warteschleife geschickt und mit einer neuen Abgangsflughöhe versehen. Wie oft dazu die Notwendigkeit besteht, lässt sich übrigens steuern, allerdings hat sich noch nie ein direkter Zusammenhang mit der aktuellen Verkehrslage gezeigt.

VFR-Flugführung

Hier braucht man keine großen Worte zu verlieren: VFR ist nicht Teil des Programms, was aber auf der Homepage auch mehr oder weniger eindeutig klargestellt wird. Vermutlich würde die Individualität von VFR das ohnehin grenzwertige Programm vollends überlasten.

Bearbeitungsfunktion von Flugzeugdetails
Bearbeitungsfunktion von Flugzeugdetails

Stabilität und Performance

Zunächst muss man klarstellen, dass die Entwicklung der Software mitnichten ausgereift ist und man folglich auch nicht von einem Auslieferungszustand sprechen kann. Dafür gibt es zuviele inhaltliche, aber auch technische Fehler. So kam es vor den letzten Updates zu Abstürzen infolge mysteriöser Sound.dll’s. Überhaupt beschleicht einen immer wieder das Gefühl, eher ein weiterer Tester zu sein, da man sich häufiger als gewollt gezwungen sieht, im Nutzerforum Logfiles zu posten und diese auf Programmfehler analysieren zu lassen. Die absolute Frustration ist der Verlust des Funkkontaktes im Reise- oder Anflug, weil das Programm irgendwo zwischen FSX und SimConnect einen Rechenfehler macht. Die Performance des Programms ist nicht weiter erwähnenswert. Es läuft, wie gesagt, im Hintergrund und führt nicht zu merklichen Leistungseinbußen.

Übersicht über die Soundoptionen
Übersicht über die Soundoptionen

Support

Das Nutzerforum auf der Herstellerwebsite ist der erste Anlaufpunkt bei Programmkuriosa. Hier findet man schnell Gleichgeplagte, kommt aber auch in den Genuss einer schnellen Behandlung oder zumindest Beschäftigung mit dem geposteten Frust. Ein starkes Team aus Sachverständigen bemüht sich um schnelle Lösung und Updates, aber das Unverständnis vieler User gegenüber dem unausgereiften Produkt ist nur schwer zu überlesen. Ist ja auch klar, bei knapp 50Euro Anschaffungspreis.

Darstellung der Taxi-Clearance im Kommuniktationsbalken
Darstellung der Taxi-Clearance im Kommuniktationsbalken

Fazit

Als Kaufinteressent muss man sich darüber klar sein, dass die Software noch in der Entwicklung ist und man nicht ohne Weiteres ein voll funktionsfähiges Flugsicherungsprogramm erhält. In den kontinuierlich veröffentlichten Updates sind teilweise sichtbare Verbesserungen enthalten, mitunter tauchen aber auch neue Fehler auf. Keinesfalls sollte man davon ausgehen, ein flexibles und auf verschiedene Szenarien vorbereitetes Tool geliefert zu bekommen, bei dem man womöglich sogar echte Prozeduren trainieren kann. In erster Linie taugt das Programm zur Routenerstellung, als Datenbank für ILS-Frequenzen, Runways etc. und durch den Background-Chatter als nette Bereicherung der Atmosphäre. Es krankt jedoch an Stabilität und manchmal auch an schlichter Verfahrenspauschalisierung. Immerhin kann man sich darüber freuen, mit individuellen Problemen ein intaktes Forum vorzufinden. Ob dies allerdings für den sehr hoch angesetzten Verkaufspreis entschädigt, vermag zumindest der Autor zu bestreiten und rät daher auch mit Hinblick auf die fehlende Widerrufsmöglichkeit bei Downloadkäufen vom Erwerb der Software ab.

Zusammenfassung

Entwickler: Pointsoft

Lizenz: Payware

Preis: 49,95€

Erscheinungsjahr: 2014

FS-Versionen: FSX

Produktseite: pointsoftware.de

Pro

  • Erhöhung der Wirklichkeitsatmosphäre durch realistischen Hintergrund-Funkverkehr
  • Ambitionierte Flugführung mit SIDs, STARs, Holdings und Procedures
  • Gelungene Checklistenfunktion und virtueller Co-Pilot
  • Kompatibel zu Online-Wetterdaten bzw. Wetterengines (Opus, AS2012)

Contra

  • Preis zu hoch angesetzt
  • realistische Flugführung nur angedeutet
  • trotz Versionsupdates zahlreiche technische und fachliche Fehler
  • Neigung zur Instabilität
  • keine VFR-Unterstützung
  • nicht funktionierende Emergency-Situationen

Detailbewertung

 

Pointsoft – Pro-ATC/X

Preis/Leistung
Das Produkt ist unausgereift, zeigt bisher nur wenig Weiterentwicklung bzw. Verbesserung und leistet bei Weitem nicht das, was es vorgibt. Preis-Schmerzgrenze wäre eigentlich: max. 25 Euro
Kauf, Download und Installation
Hier gibt es nichts zu beanstanden.
Realitätsempfinden
Der Hintergrundfunkverkehr trägt, trotz Aussetzern und Wiederholungen, maßgeblich zu einer realistischen Stimmung bei.
Realitätstiefe
Die allenfalls ambitionierte Umsetzung professioneller Flugführung sowie grobe Schnitzer in der inhaltlichen Verwirklichung derselben lassen nicht mehr als vier Sterne zu.
Performance
Einige Aussetzer, spontanes Schweigen der ATC und periodische Programmabstürze trüben das Bild.
Gesamtwertung
In der Gesamtwertung gibt es 5,2 von 10 möglichen Sternen. Pro-ATC/X hat viel vor, leistet dabei aber nicht genug, um für Preis und Frust zu entschädigen. Eine Kaufempfehlung kann nicht ausgesprochen werden.

Jens Leuteritz für flusinews.de

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Auszeichnungen

– keine –

Testsystem

Computer: Desktop-PC
Hersteller: Eigenbau
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium, 64bit
verwendete Flusi Version: FSX, SP II
Mainboard: MSI MS-7693
Prozessor: AMD FX(tm)-6300 Six-Core Processor, 3,5 Ghz
Arbeitsspeicher: 8192MB RAM
Grafik: AMD Radeon R9 200 Series
Festplatte (OS): Adata SP900 SATA, 120GB
Festplatte (FSX): WDC WD10 EZEX-00BN5A0 SATA, 1TB

Videos

Die Rechte der Videos liegen nicht bei flusinews.de, sondern beim Ersteller.




Autor

Mein Name ist Jens Leuteritz und ich bin seit Anfang 2015 bei flusinews.de dabei. Meine Flugsimulatorlaufbahn teilt sich in zwei Abschnitte auf: Als Jugendlicher fesselten mich vor allem der FS2002 und der FS9, und nach etlichen Jahren fliegerischer Abstinenz stieg ich dann 2014 mit dem FSX und zahlreichen Add-Ons wieder voll ins „Geschäft" ein.Die Fülle an Szenerien und professionellen Fliegern, aber auch die riesige Community reizten mich, die Erfahrungen anderer Nutzer nicht nur zu konsumieren, sondern selbst mit Tests und Reviews zum Auskommen der Szene beizutragen. Um meine Brötchen zu verdienen, arbeite ich nach dem Studium mittlerweile als Fahrdienstleiter bei der DB Netz AG und gebe, wie es im Jobportal heißt, „Zügen Regieanweisungen“.Im Flightsimulator reizen mich vor allem die Landschaftsdarstellungen der nördlichen Hemisphäre, die ich immer wieder mit großen und kleinen Fliegern unter die Lupe nehme. Von hochdetaillierten Airlinern und virtuellen Airlines habe ich mich mittlerweile aufgrund der schwachen Performancestruktur des FSX distanziert und bin nun fast nur noch als GA unterwegs.

Bisher 9 Kommentare

  1. Also sorry, aber dieser sehr negativen Review kann ich absolut NICHT zustimmen! Ich benutze ProATC X seit langem. Ja, das Programm hat – wie alle KI-Interfaces – seine Untiefen. Wenn man diese aber erkannt hat, lassen sich diese sehr gekonnt umschiffen und ein schönes Flugerlebnis gestalten.

    Ich frage mich, wie sehr sich der Reviewer wirklich bemüht hat, überhaupt hinter die Idee und die Funktionsweise des Programmes zu kommen! Verpasst man einen Waypoint im Flug, besteht z.B. ohne weiteres, selbigen im Ablauf zu überspringen, in dem man ein „direct to“ zum nächsten WP requestet. Geht enroute einwandfrei. Active Sky Next kann man ohne Probleme nutzen, wenn man den Pfad zur entsprechenden Datei händisch setzt. Drei Klicks und Du bis da! Emergencies funktionieren bei mir gut.

    Abgesehen davon werden immer wieder Vergleiche angesetzt, die mich stark an das online-Fliegen mit VATSIM oder IVAO erinnern (z.B. das ‚crossing runway‘-Thema). Das geht gar nicht, denn da vergleicht Ihr Äpfel mit Birnen. Ein realer Controller kann natürlich immer mehr Tiefe und Individualität in die Simulation bringen, das ist doch klar. Das kann man aber Pointsoft nicht vorwerfen! Ein menschliches Gehirn zu programmieren, wäre schon ein bisschen viel verlangt… Angemessen wäre es gewesen, ProATC X mit einem etablierten ATC-Programm zu vergleichen, wie VoxATC und vor allem der bordeigenen FluSi-ATC.

    Ihr leht Euch ganz schön weit aus dem Fenster, wenn Ihr hier von diesem Programm abrät! Macht erst mal Eure Hausaufgaben. Gute Reviews sehen anders aus, sorry. Setzen, sechs!!!

  2. Da kann ich Stefan nur voll und ganz zustimmen. Ich nutze das Programm seit der Version 1.35 und kann mir einen Betrieb ohne nicht mehr vorstellen. Bei Problemen wird einem im Forum stets geholfen, ich kann da beim besten Willen kaum Kritikpunkte. Sorry, aber ein bisschen mehr Objektivität hätte dem Review nicht schlecht getan.

  3. Hallo Stefan,

    danke für dein konstruktives Feedback. Vor allem „Setzen, sechs“ im Kontext mit „Hausaugaben“ hat mir gefallen. 😉

    Nun, als Reviewer kann man erstmal nur das Programm so bewerten, wie es einem vorliegt. Und in der mir vorliegenden Version (übrigens stets Up-to-date) funktionierten sowohl die Umgehung des „vergessenen“ Waypoints, als auch die Emergency-Verfahren mehrfach(!) nicht. Die Umgehung mittels „direct to“ ist bekannt und wurde getestet und von den Controllern in 80% der Fälle mit „Sorry, unable at this time“ abgewiesen, bzw. war der vorherige oder auch der nächstgelegene Waypoint überhaupt nicht da. Kann ja sein das es bei dir funktioniert, bei mir nicht und, laut Nutzerforum, auch bei anderen Usern nicht. Das Selbe gilt für die Emergencys; auch hier haben sich schon User beschwert, ohne das dies z.T. überhaupt zur Kenntnis genommen wurde. Bei mir funktioniert keine einzige Emergency, keine Anweisungen, Rückfragen, nichts…Funkstille.

    Da du schreibst, dass du das Programm schon sehr lange nutzt, stelle ich mal die Frage: war es denn schon einmal besser? Aus der Recherche im Userforum weiß ich, dass es immer wieder Klagen darüber gibt, dass neuere Updates das Programm mitunter zum Schlechteren verzogen haben oder Fehler mit neuen Fehlern behoben wurden.
    Was deine Kritik an den Bemühungen zur Programmtiefe angeht, kann ich dir versichern, dass ich jeden einzelnen Fehler intensiv im Supportforum von Pointsoft recherchiert und auch aktiv an den dortigen Diskussionen teilgenommen habe. Die Implementierung von ASN übrigens ist in der Produktbeschreibung nicht angezeigt, folglich gehe ich davon aus das nur AS2012 und Opus unterstützt werden. Ich habe den Thread mit dem Dateipfad zu ASN auch irgendwann gefunden, die Frage aber, warum nicht gleich auch ASN direkt unterstützt wird, konnte bisher niemand beantworten. Und ich muss als Käufer eines Programms dieser Preisklasse auch nicht zum Beta-Tester für solche Verfahren werden.
    Zum Vergleich mit der Online-Fliegerei: Mag sein, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen wurden, dazu kann ich aber nichts sagen, da ich noch nie online geflogen bin, folglich den Realitätsgrad dort auch nicht einschätzen kann. Aber ich werde es vielleicht aufgrund deines Tips mal versuchen 😉 Mein persönlicher Anspruch ist sicher hoch, aber wundert das angesichts der Produktbeschreibung von Pointsoft?

    Zum Abschluss: Wenn ich ein Produkt für knapp 50Euro kaufe, dass mir professionelle Flugführung verspricht, dann kann ich auch erwarten, dass die Flugführung professionell oder mindestens ambitioniert semiprofessionell ist. Beides schafft das Programm in der mir vorliegenden Version nicht. Vielleicht habe ich ein schwarzes Schaf, vielleicht auch einfach zu hohe Anforderungen.

    Danke trotzdem für deine Hinweise und dir weiterhin viel Freude mit einem bei dir augenscheinlich funktionierendem Programm.
    J.

  4. Hatte mir das Teil auch gekauft – und sofort wieder von der Platte geworfen.

    Ich kann mich dem Review nur anschließen. Was mich am meisten gestört hat ist das unverständliche Genuschel das als „Funkverkehr“ bezeichnet wird. Ich habe darauf schon mal hingewiesen, erhielt aber als Antwort das sei halt eben „regionaler Slang“. Vor allem wenn ich in EDDH stehe und mit dem Tower kommunizieren möchte, dann sprechen die wohl Plattdeutsches Englöisch oder wie?

    Von daher ist meine Meinung: Finger weg davon, das Geld kann man sich getrost sparen.

  5. Ich kann jedem nur abraten das geld für dieses Programm aus zu geben. Ich nutze es jetzt seit einem Jahr und bin mehr als enttäuscht. Diverse Sound Probleme die das Tool immer wieder zum Absturz bringen, meistens am ToD sind sehr frustrierend. In meinen Augen werden die Kunden hier als Beta-Tester benutzt. Das man dafür 50€ zahlt macht die Sache zur Lachnummer.

    Support?
    Das was die da in dem Forum, zu dem man übrigens erst dann Zutritt bekommt wenn man das Programm gekauft hat, veranstalten, ist in meinen Augen Jugend forscht. Das hat wenig mit einer gut entwickelten, ausgereiften Software zu tun.
    Des weiteren wird durch das diktatorische führen des Forums, jeder Beitrag muss von einem Moderator frei geschaltet werden, (wirklich jeder noch so kleine Kommentar) jegliche unerwünschte Kritik im Keim erstickt.
    Fast jeder Versuch einen gefunden Fehler wird von den Moderatoren (Supportern) mit tödlicher Präzision auf andere Tools oder Windows reflektiert. Ganz, ganz selten mal könnte es vielleicht das Tool selber sein welches nicht das tut was es soll.

    Mein Fazit.

    Finger weg von dem Tool, das ist reine Abzocke. Spendet das geld lieber einer wohltätigen Organisation.

    • Hallo Frank,
      Als Autor dieses Artikels interessiere ich mich natürlich für dessen „Entwicklung“. Ich habe das Programm schon ewig nicht mehr genutzt, umso interessanter ist es zu sehen, das dort null Weiterentwicklung stattgefunden hat. ProATC/X bleibt also eine lächerliche Farce.

      Gruß
      Jens

  6. Hallo Jens,

    Null Weiterentwicklung würde ich so nicht sagen, es kommt ja jedes Jahr ein Update (Ups dieses Jahr waren’s ja schon zwei). Leider bewahrheitet sich hier wieder die alte Weisheit, man kann alles verschlimmbessern.

    Was mich persönlich am meisten stört ist das Verhalten des „Supports“. Sobald man sich negativ äussert bekommt man die Foren Regeln um die Ohren gehauen.

    „Freedom Of Speech:
    ProATCX is not a democracy, and there is no such thing as „Freedom of Speech“ in this forum. If you believe that you are entitled to that freedom without restriction and that you should be able to do and say as you please, then reconsider… Please do not come here
    Threats and Intimidation of Staff and Members:
    ProATCX forum is operated by volunteers. Any harassment, threats, or other objectionable behaviour toward them or fellow community members will result in the harshest of consequences. This is a „One Strike and You are Out“ offense. There are no excuses for abuse of our volunteers and members and none will be tolerated.“

    Leider ist das ATCPROX von allen schlechten noch das Beste. Möchte man ein bisschen was besseres haben als den FSX-ATC hat man keine große Auswahl.

    Das einzige was in dem Tool funktioniert ohne Probleme ist das steuern der AI-Traffic von UT2.

  7. Die negative Kommentare kann ich nicht teilen. Ich nutze seit längere Zeit dieses Programm und bin sehr zufrieden damit. Auch Support ist immer sehr hilfreich gewesen.
    Dieses Jahr gab es meine ich 2 Updates und das Tool wird ständig verbessert und weiter einwickelt. Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob der Verfasser dieses Reviews (Jens) sich tatsächlich so äußern kann, wenn er auch selbst behauptet, er hätte schon für längere Zeit das Programm nicht benutzt.
    Die Investition hat sich bei mir definitiv gelohnt.
    Selbstverständlich ist der Vergleich mit IVAO oder sonstige absolut fehl am Platz.

    • Du hast Recht, Martin. Es ist nicht richtig, im Nachgang eine abfällige Bewertung vorzunehmen, wenn man sich nicht wieder intensiv mit dem Programm auseinandergesetzt hat. Mir kam nur Franks Kommentar so bekannt vor, da ich diese „Erlebnisse“ auch immer wieder hatte. Ich habe in der Zwischenzeit natürlich trotzdem die Programmupdates für Pro-ATC/X geladen, hierbei jedoch keine nennenswerten Verbesserungen feststellen können, was für mich einem Stillstand gleichkommt. Wie ich bereits in einem früheren Kommentar geschrieben habe, scheint das Programm bei verschiedenen Leuten auch unterschiedlich fehleranfällig zu sein, da mancher hier im Kommentarteil meine Zweifel überhaupt nicht zu teilen schien. Wie dies allerdings bei einer einheitlich gepflegten Update-Serie gehen soll, ist mir unbegreiflich. Ich glaube diejenigen, die sich (inklusive mir) hier über das Programm beschweren, sind einfach nur enttäuscht von der starken Diskrepanz aus Wollen und Können der Software und ihrem somit deutlich zu hoch angesetzten Preis.

      Beste Grüße
      J.

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