Völlig überraschend stellte Jarrad Marshall von Orbx im Sommer 2016 seine Innsbruck-Szenerie vor, nachdem JustSim nicht weniger plötzlich eine Nachbildung des österreichischen Flughafens veröffentlichte. Ende März 2017 wurde LOWI dann auch endlich über Orbx herausgebracht, nachdem die Entwicklung etwas länger als ursprünglich geplant dauerte. Dies lag daran, dass alles richtig gemacht werden sollte, wie Jarrad uns mitgeteilt hat. Und in der Tat: Hier passt wirklich alles, Innsbruck stellt womöglich die beste Orbx-Szenerie dar, die je entwickelt wurde. Und so ist es auch nur konsequent, hier den flusinews.de Hot Tipp zu verleihen. Alles Weitere im Add-On Check!

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Fakten vorab

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Innsbruck von Orbx kann ausschließlich über OrbxDirect.com zu einem Preis von AUD$ 39,99 käuflich erworben werden, nach dem aktuellen Kurs sind das ca. 28€. Da PayPal immer noch aus dem Sortiment der Zahlungsoptionen gestrichen ist, bleibt nur noch die Kreditkarte. Nach dem Kauf kann die Szenerie über ftx Central v3 heruntergeladen werden, die Installation erfolgt dann automatisch. Das ist sehr einfach und funktioniert problemfrei, glücklicherweise hat man wohl auch die Probleme mit der langsamen Download-Geschwindigkeit in den Griff bekommen.

Über den in ftx Central v3 integrierten Konfigurator können zahlreiche Features an- oder abgeschaltet werden, je nachdem was der jeweilige Nutzer denn gerne hätte. Ein Handbuch im PDF-Format liegt auch bei, allerdings ohne Karten. Das macht jedoch nichts, denn die Links zu Charts der Austrocontrol liegen bei.

Der Flughafen Innsbruck

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Gleich beim ersten Besuch von Innsbruck im Prepar3D wird klar, dass hier ein mit allen Wassern gewaschener Profi an der Arbeit war. Von der ersten Sekunde an gibt die Szenerie ein authentisches Bild ab, man fühlt sich versetzt in die wunderschönen Alpen Österreichs. Die Bodentexturen sind kontrastreich und scharf, detaillierte Bodenpolygone mit Wasserpfützen, Gullydeckeln, Rissen, Markierungen und Schmutz zieren das Vorfeld sowie die Landseite des Airports. Außerdem kommt 3D-Gras zur Verwendung. Die wirkliche Detailarbeit bemerkt man jedoch erst bei der genaueren Betrachtung der Gebäude. So wurden auch Kleinigkeiten wie Fenstereinlässe, Rolladenkästen, Leitern, Antennen, Poller, Schranken, Regenrinnen und Geländer modelliert. Die Sonnenschirme und Bierzeltgarnituren auf der Terrasse des Terminal-Hauptgebäudes sind ebenso vorhanden wie die dreidimensionalen Schriftzüge auf dem Tower und den Hangars. Insbesondere der charakteristische tyrolean Technik Hangar ist von der Nachbildung her unglaublich gut gelungen, Dachstreben und Tore sehen erstklassig aus. Auf einen modellierten Innenraum muss allerdings, wie bei anderen Gebäuden, verzichtet werden. Tadellos ist die Texturierung der Flughafen-Einrichtungen, dank Ambient-Occlusion sind sogar leichte Dellen im Blech der Verkleidung der Feuerwache sichtbar. Auch die Glasfront des Terminals wirkt absolut überzeugend.

So richtig Stimmung kommt aber erst mit den ganzen 3D-Objekten ins Bild. Der Apron ist wunderschön vollgestellt mit allerlei Fahrzeugen, die extra für Innsbruck erstellt wurden und somit wie die Faust aufs Auge passen. Da sind Enteiser, Tankwagen, Busse, Feuerwehr- und zahlreiche Servicefahrzeuge. Dazu kommen statische Flugzeuge und Hubschrauber – ebenso extra auf LOWI zugeschnitten – sowie Gepäckwagen, Flutlichter, Treibstofftanks am Rand und selbstverständlich die animierten PeopleFlow-Personen. Der Nordteil des Flughafens ist ebenfalls vorhanden, inklusive Segelflugzeugen und einigen GA-Maschinen des Luftsportzentrums Tirol. Wer samstags zwischen 13:00 und 14:00 Uhr am Flughafen ist, wird außerdem mit einer Wasserfontäne der Flughafenfeuerwehr begrüßt – saumäßig cool!

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Eine wahre Augenweide ist darüber hinaus die Landseite, denn hier nimmt der Detailgrad nicht ab. Der verglaste Übergang zum mit Werbeplakaten behängten Parkhaus weiß voll und ganz zu überzeugen, und dann sind dann noch die sehr vollen Parkplätze – wirklich fantastisch! Die Busse stehen teilweise etwas schief, was für zusätzlichen Charakter sorgt. Abgerundet wird dieses stimmige Bild mit einer umfassenden Beschilderung, zahlreichen Pflanzen, Blumenbeeten, Bordsteinen und Absperrungen. In der Dunkelheit zeigt sich Innsbruck im Flugsimulator hell erleuchtet durch 3D-Lichteffekte der Flutlichter, die Nachttexturen der Gebäude überzeugen. Auch im Winter und anderen Jahreszeiten ist das Gesamtbild überaus stimmig.

Die Umgebung

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Bereits der Flughafen selbst lässt den virtuellen Piloten mit der offenen Kinnlade vor dem Bildschirm hocken. Die Umgebung sorgt dann noch für eine fulminante, zweite Schicht auf der Szenerie-Sahnetorte. Es ist nicht unbedingt die 2.500km² große fotoreale Abdeckung mit Autogenhäusern und -bäumen, die hier für großes Staunen sorgt – auch wenn diese Arbeit selbstverständlich absolut makellos ist. Vielmehr sind es die über 160 extra erstellten Landmarken, welche für ein richtiges Wow-Erlebnis sorgen. Im ganzen Stadtgebiet findet man detaillierte 3D-Gebäude vor, egal wohin man nur schaut. Die verschiedenen Campus der Universität, die Bergiselschanze, das Olympiastadion mit dem Tivoli-Stadion, Haupt- und Westbahnhof mit zahlreichen statischen und animierten Zügen, die Sankt-Laurentius Kirche, diverse Hochhäuser, das Gewerbegebiet in der Einflugschneise der Runway 08, alles ist vorhanden. Zusammen mit den vielen Brücken – auch die Europabrücke der Brennerautobahn ist enthalten –, Tunneleinfahrten und dem dichten Autogen schafft das eine Atmosphäre, die in Worten nur schwer zu beschreiben ist.

Wer über die Schärfe des Berghangs am Flughafen erstaunt ist, der wird schnell bemerken: dieser ist als 3D-Objekt modelliert worden und schaut deshalb auch so gut aus. Für Hubschrauberpiloten gibt es außerdem noch ein paar ganz besondere Extras. Jarrad hat nämlich nicht nur die Hubschrauberbasis des ÖAMTC und der Flugpolizei am Airport umgesetzt, sondern auch den Dachlandeplatz des Innsbrucker Universitätsklinikums, die Basis des Notarzthubschraubers „Alpin 5“ in Hintertux, den Landeplatz der Feuerwehrschule in Telfs sowie einen unmarkierten Behelfslandeplatz. Leider wurden die ICAO-Codes der Heliports nicht in den Flugsimulator aufgenommen, sodass man von dort nicht starten kann und auch die Navigation zu diesen mittels GPS nicht möglich ist. Es existiert allerdings ein User-Fix im Orbx-Forum (Anmeldung erforderlich).

Die Performance

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In Anbetracht des hohen Detailgrades der Szenerie kann man im Vorfeld schon etwas Bauchschmerzen wegen der Performance haben. Erstaunlicherweise ist Innsbruck von Orbx aber sogar ziemlich ressourcenschonend, denn selbst bei Performance-hungrigem Fluggerät wie dem Aerosoft A320 war der flüssige Ablauf selbst bei hohen Einstellungen in Prepar3D v3 stets gewährleistet. Darüber hinaus lag die VAS-Auslastung bei einem Testflug von München nach Innsbruck bei knapp 80%, also war also noch reichlich Speicher frei.

Wer keinen High-End-Computer besitzt, der kann über den Konfigurator noch einige Optionen deaktivieren, um eine bessere Performance zu erreichen.

Das Fazit

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Innsbruck von Jarrad Marshall setzt neue Maßstäbe im Szeneriedesign für den FSX und Prepar3D. Selten habe ich eine derart detaillierte Szenerie gesehen, bei der sowohl der Flughafen als auch die Umgebung in einer kontinuierlich sehr hohen Qualität nachgebildet worden sind, ohne dass die Performance zu stark beeinträchtigt wird. Ja, Innsbruck ist wohl zweifellos die beste Kreation von Jarrad Marshall und vermutlich auch das beste Produkt, was Orbx derzeit im Sortiment zu bieten hat. Aus diesem Grund können wir allen Alpen-Fans nur zum Kauf dieses genialen Add-Ons raten. Die Auszeichnung mit dem flusinews.de Hot Tipp ist hier nur die logische Folge dieser wunderbaren Szenerie!

Allerdings sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass Kunden ohne Kreditkarte bei Orbx auch weiterhin in die Röhre schauen müssen, denn eine PayPal-Alternative besteht derzeit nicht. Das ist schade, denn in Europa besitzt nicht jeder eine Kreditkarte. Betroffene werden somit gewissermaßen von der Nutzung dieses wunderbaren Add-Ons ausgeschlossen.

Entwickler:Orbx & Jarrad Marshall
Lizenz:Payware
Getestete Version:1.0
Preis:$39,95 AUD-Dollar (ca. 28€)
Erscheinungsjahr:2017
FS-Version(en):FSX, FSX:SE, Prepar3D (v1/v2/v3)
Produktseite:OrbxDirect.com

Pro

  • hochdetaillierte Nachbildung des Flughafens
  • zahlreiche Animationen (PeopleFlow, Züge)
  • an LOWI angepasste Fahrzeuge und Flugzeuge
  • umwerfende und großflächige Umsetzung der Umgebung
  • erstklassige Texturen
  • Landeplätze für Hubschrauber
  • Konfigurator
  • gute Performance

Contra

  • Heliports ohne ICAO-ID

Zusammenfassung
5

Kurzfassung

Die vielleicht beste Orbx-Szenerie auf dem Markt: Jarrad Marshalls Innsbruck ist ein Meisterwerk in jeder Hinsicht und hat den flusinews.de Hot Tipp mehr als verdient.

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Auszeichnungen

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Frank Kuhn für flusinews.de

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Testsystem

Computer-Art: Desktop-PC
Hersteller, Produktbezeichnung: Eigenbau
Betriebssystem: Windows 10 Home, 64bit
verwendete Flusi Version: Prepar3D v3.4 Hotfix 3

Mainboard: ASRock Z170 Gaming K4
Prozessor: Intel Core i7-6700k @4×4,2GHZ
Arbeitsspeicher: 16GB DDR-4 (2x 8GB)
Grafik: NVIDIA GeForce GTX 1060 6GB
Festplatte (OS): Intenso SSD Sata III
Festplatte (P3D): Crucial_CT500MX200SSD1

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Autor

Hallo, ich bin Frank und schreibe seit 2011 für flusinews.de. Damals war unsere Website ein kleines Hobbyprojekt, heute eine wichtige Stimme in der Flugsimulator-Szene – auch wenn wir immer noch in unserer Freizeit schreiben. Auf flusinews.de kümmere ich mich um alles, was irgendwie mit Inhalten zu tun hat. Am liebsten schreibe ich ausführliche Hintergrundberichte über Themen, welche die Szene bewegen.

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