Wer sich einen neuen Computer zum Betrieb seines Flugsimulators kaufen möchte, steht vor einer Herausforderung. Denn aktuelle Software-Plattformen wie Prepar3D v4 oder X-Plane 11 unterscheiden sich in ihren Systemanforderungen stark von ihren Vorgängern. Deshalb häufen sich die Anfragen nach den Hardware-Komponenten, die für den einwandfreien Betrieb des favorisierten Flugsimulators notwendig sind.

- Anzeige -

Gerade bei uns im Flusiboard beobachten wir ein starkes Interesse an Fragen über Prozessoren, Grafikkarten und Arbeitsspeicher. Doch auch im Bereich der Datenspeicher herrschen im Zeitalter von Solid-State-Drives (SSDs), NVMe und M.2 viele Unklarheiten. Deshalb zeigen wir in unserer Übersicht, welche Komponenten die Hersteller für den Betrieb ihrer Flugsimulatoren empfehlen.


Systemanforderungen von Prepar3D v4

Hardware-Anforderungen Bild 03

Als Betriebssystem empfiehlt Lockheed Martin ausdrücklich Microsoft Windows 10 (64-bit). Das ältere Betriebssystem Windows 7 funktioniert zwar grundsätzlich auch, muss aber zwingend in der 64-Bit-Version vorliegen.

Beim Prozessor rät Lockheed Martin zu einem Quadcore mit mindestens 3,5 Gigahertz pro Kern oder mehr. In Frage kämen etwa ein Intel Core i7 oder i9.

Die Grafikkarte muss DirectX 11 vollständig unterstützen und sollte mindestens acht Gigabyte Videospeicher (VRAM) besitzen. Diese Anforderungen erfüllt zum Beispiel eine Nvidia GTX 1080 Ti.

Der Arbeitsspeicher sollte 16 Gigabyte oder mehr umfassen. Lockheed Martin empfiehlt mindestens DDR4-SDRAM mit einer Taktrate von 2666 Megahertz.

Beim Festplattenspeicher rät der Hersteller dringend zu SSDs oder M.2s. Prepar3D v4 benötigt ohne Erweiterungen 40 Gigabyte Speicherplatz, mindestens 15 Gigabyte sollten noch auf der Systempartition C:\ bereitstehen.

Alle Systemanforderungen von Prepar3D v4 stehen auch auf der Website von Lockheed Martin zur Verfügung. Außerdem bietet das Unternehmen eine 60-tägige Geld-zurück-Garantie an. Sollte Prepar3D v4 auf dem eigenen System also nicht laufen, kann man die Software auch wieder zurückgeben.


Systemanforderungen von X-Plane 11

Hardware-Anforderungen Bild 01

Bei den Betriebssystemen unterstützt X-Plane 11 nicht nur Windows, sondern auch macOS und Linux. Wer sich für Windows entscheidet, benötigt die Versionen 7, 8 oder 10, und zwar jeweils in der 64-Bit-Ausführung. Nutzer von Apple-Computern benötigen OS X Yosemite 10.10 oder höher. Während X-Plane 11 auf Linux läuft, unterstützt der Hersteller Laminar Research keine spezifischen Distributionen. Somit muss jeder selbst untersuchen, ob X-Plane 11 auf dem eigenen Linux-System funktioniert. Entwickler von Laminar Research verwenden unter anderem Ubuntu 14.04 und 16.04 LTS.

Als Prozessor empfiehlt Laminar Research einen Intel Core i5 6600K mit 3,5 Gigahertz pro Kern oder schnellere Modelle.

Die Grafikkarte sollte DirectX 12 unterstützen und mindestens vier Gigabyte Videospeicher aufweisen. Mögliche Hersteller sind Nvidia, AMD oder Intel. Als Referenz empfiehlt Laminar Research eine Nvidia GeForce GTX 1070 oder ein besseres Modell. Auch vergleichbare Grafikkarten von AMD sind geeignet.

Der Arbeitsspeicher sollte zwischen 16 und 24 Gigabyte oder mehr betragen. Weitere Details, etwa zur Variante und Taktrate des Arbeitsspeichers, gibt Laminar Research nicht an.

Beim Festplattenspeicher macht das Software-Unternehmen gar keine Angaben zur empfohlenen Art des Speichers. Allerdings werden je nach installierten Regionen zwischen 20 und 65 Gigabyte Festplattenspeicher benötigt.

Alle Systemanforderungen von X-Plane 11 stehen unter anderem hier zur Verfügung. Ob das eigene System mit X-Plane 11 klarkommt, kann zudem jeder selbst mit Hilfe der kostenfreien Demo ausprobieren.


Systemanforderungen von Aerofly FS 2

Bei den Betriebssystemen unterstützt Aerofly FS 2 sowohl Windows 7, 8 und 10 (jeweils 64-Bit) als auch macOS 10.13 oder höher.

Als Prozessor empfiehlt IPACS einen Quadcore von Intel, und zwar mit 3,0 Gigahertz pro Kern. Modelle von AMD tauchen in den Empfehlungen nicht auf.

Die Grafikkarte sollte OpenGL 4.5 unterstützen und mit mindestens zwei Gigabyte Videospeicher daherkommen. Referenzmodelle nennt IPACS nicht.

Beim Arbeitsspeicher rät das Entwicklerteam hinter Aerofly FS 2 zu acht Gigabyte. Details zur genauen Variante oder Taktrate sind auch hier nicht bekannt.

Der Festplattenspeicher wird mit 55 Gigabyte beziffert. Auch hier fehlen weitere Angaben dazu, ob etwa SSDs oder M.2s zur Verwendung kommen sollten.

Alle Systemanforderungen von Aerofly FS 2 sind auf der Produktseite bei Aerosoft sowie direkt auf der Internet-Vertriebsplattform Steam einsehbar.


Systemanforderungen von DCS World

Als Betriebssystem gibt Eagle Dynamics Windows 8 oder 10 an, jeweils als 64-Bit-Version. Windows 7 wird für hohe Grafikeinstellungen nicht empfohlen.

Der Prozessor sollte ein Intel Core i5 mit 3 Gigahertz pro Kern oder besser sein. Alternativ kommt auch ein gleichwertiges Modell von AMD in Frage, etwa aus der FX- oder Ryzen-Serie.

Die Grafikkarte sollte acht Gigabyte Videospeicher vorweisen können. Als Referenzmodelle gibt der Hersteller die Nvidia GTX 1070 oder die AMD Radeon RX VEGA 56 an. Wer auch in der virtuellen Realität unterwegs sein möchte, sollte mindestens eine GTX 1080 oder RX VEGA 64 einbauen.

Beim Arbeitsspeicher rät Eagle Dynamics zu 16 Gigabyte. Bei sehr großen Missionen sind 32 Gigabyte die bessere Wahl.

Als Speichermedium empfiehlt das Entwicklerteam Solid-State-Drives. Mindestens 120 Gigabyte sollten für die Basisversion noch zur Verfügung stehen.

Alle Systemvoraussetzungen von DCS World stehen hier zur Verfügung. Darüber hinaus ist die Basisversion des Simulators kostenlos erhältlich (selber Link). Daher bietet es sich auch hier an, vor dem Kauf von Modulen erst einmal die Gratis-Version zu testen.


Alle Systemanforderungen in diesem Artikel beziehen sich ausschließlich auf die offiziellen Angaben der Hersteller. Die Empfehlungen spiegeln nicht die Erfahrungen der flusinews.de-Redaktion wider und verstehen sich ohne Gewähr.

Autor

Hallo, ich bin Frank und schreibe seit 2011 für flusinews.de. Damals war unsere Website ein kleines Hobbyprojekt, heute eine wichtige Stimme in der Flugsimulator-Szene – auch wenn wir immer noch in unserer Freizeit schreiben. Auf flusinews.de kümmere ich mich um alles, was irgendwie mit Inhalten zu tun hat. Am liebsten schreibe ich ausführliche Hintergrundberichte über Themen, welche die Szene bewegen.

Bisher 5 Kommentare

  1. Die GB SSD sind nur für den Flugsimulator ohne Zubehör, unter 500GB sollte man nicht anfangen.

  2. Das Thema ist in der Tat interessant. Ich denke aber, für Xplane 11 ist ein i5 Prozessor mit 3,5 Gigahertz absolut unterdimensioniert.

  3. Das Grundproblem bei fast jeder Software ist, dass die Hersteller, gerne die Mindestanforderungen definieren, bei der sie gerade noch nutzbar ist. Das hat verkaufstechnische Ursachen, führt aber in der Regel nicht zur Nutzung aller Features.

  4. Einen entscheidenden Sprung nach vorne in der Darstellung wird erst dann spürbar werden, wenn Laminar Vulcan/Metal entwickelt hat. und endlich alle Kerne des Prozessors arbeiten. Ich z.B. habe einen i7, 3,6 GHertz mit 4 Kernen, wovon einer arbeitet und die anderen schlafen. Für Xplane ist diese cpu zu schwach. So kann ich die Turbo Arrow nicht flüssig fliegen, leider!

    • Hm, vielleicht nur flapsig formuliert, aber Laminar „entwickelt“ nicht Vulkan/Metal. Laminar will es nur irgendwann nutzen, und da wird auch nicht automatisch gleich eine deutliche Verbesserung der Darstellungsqualität oder der FPS raus folgen.

      Aber grundsätzlich solltest du schon jetzt mit der CPU eigentlich in der Lage sein, XP zu nutzen — je nach persönlichen Anforderungen, Grafikkarte, Einstellungen und Wetter natürlich.

      Bei einem Bildschirm mit 1920×1080 bekomme unter Ubuntu 18.04 mit einer echt langsamen NVidia GTX960 und einem i5-6600 CPU @ 3.30GHz zwischen 30 und 50 FPS. Notfalls helfen Scripts, die automatisch weiter entferntes Autogen ausblenden, wenn’s zu langsam wird. Allerdings habe ich Reflexionen auf dem zweitniedrigsten Wert, Schatten in der Szenerie sind aus und Antialiasing nur je nach Situation. Bei höheren Anforderungen (3 Bildschirme oder 4K oder VR) wäre mein System natürlich zu langsam.

Anmerkung dazu? Schreibe hier einen Kommentar.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.