Am Wochenende fegte wieder einmal ein Sturm der Entrüstung durch die Flugsimulator-Szene. Denn Milviz hatte eine Kickstarter-Kampagne zur Finanzierung der ATR 72 für X-Plane 11 ins Leben gerufen. Nun hat sich der Sturm weitestgehend gelegt und bietet daher die Möglichkeit zur unaufgeregten Betrachtung der Situation. Wir analysieren, wie Selbstüberschätzung seitens der Entwickler, unbedachte Berichterstattung und die aggressive Diskussionskultur in den sozialen Medien zu einem Ergebnis führten, mit dem eigentlich niemand glücklich sein kann.

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Um die Entwicklung der ATR 72 für X-Plane 11 zu finanzieren, erstellte Milviz am Samstag eine Kampagne auf Kickstarter. Mindestens 27.000 Kanadische Dollar möchte das Softwareunternehmen einsammeln, das sind umgerechnet knapp 17.000 Euro. Schnell verbreitete sich die Nachricht in der Flugsimulator-Szene, ebenso rasch sammelten sich auch die wütenden Kommentare unter dem entsprechenden Facebook-Beitrag. Der allgemeine Konsens, auch wenn es natürlich abweichende Meinungen gab: Steckt Euch die ATR 72 dorthin, wo die Sonne nicht scheint.

So kam es zur Kickstarter-Kampagne

Um die ganze Situation ein wenig besser zu verstehen, müssen wir ins Jahr 2018 zurückblicken. Damals gab Milviz eher nebenbei bekannt, dass sie ihre ATR 72-600 nach Möglichkeit auch für X-Plane 11 umsetzen möchten (Wir berichteten). Dabei handelte es sich allerdings nicht um explizite Zusage. „Wir hoffen auf eine Veröffentlichung in X-Plane 11, wenn alles klappt“, schrieb das Entwicklerteam damals.

Was seit Mai 2018 geschehen ist, hat Milviz nun ebenfalls auf Facebook dokumentiert. Noch detailreicher schildert Colin Pearson, der Chef des Entwicklerstudios, die Situation in einem Podcast auf FL350.net. Das ist die neue Internetseite von D’Andre Newman, der insbesondere für seine Arbeit bei AirdailyX bekannt ist. Ohne hier zu sehr ins Detail gehen zu wollen: Milviz hat sich massiv überschätzt. Zwar hat das Softwareunternehmen den angesehen Designer Javier Rollon damit beauftragt, das Modell der ATR 72 für X-Plane 11 zu konvertieren, und Alan Shafto wurde mit den Flugdynamiken betraut. Doch Milviz muss auch noch die Systeme der komplexen Turboprop-Maschine für den Simulator von Laminar Research anpassen. „Und hier, meine lieben Freunde, wird es schwierig (und teuer) für uns“, schreibt Colin Pearson.

Milviz ATR-72 Debakel 02

Denn Milviz selbst hat im Grunde genommen keine Erfahrung mit X-Plane 11. Den Entwicklern bleiben also zwei Möglichkeiten. Sie können einen kompetenten Programmierer anstellen, oder sich selbst in die Problematik hineinarbeiten. „Keine dieser Möglichkeiten ist gut“, so Milviz. Deshalb habe man sich entschieden, das Projekt erst einmal aufs Abstellgleis zu schieben. Diese Schwierigkeiten hat Milviz offen auf der eigenen Facebook-Seite kommuniziert.

Thranda-Design lehnte Konvertierung der ATR 72 ab

Wie Produktmanager Oisin Little gegenüber flusinews.de schrieb, habe das Entwicklerteam noch keinen praktikablen Weg gefunden, die Prepar3D-Version der ATR 72 entsprechend zu portieren. Beide Programme seien hinsichtlich der Verbindung des Modells mit dem Flugsimulator komplett unterschiedlich. Nach aktuellem Stand müsse man einen Großteil der Systeme noch einmal neu erstellen. Colin Pearson erzählte im Podcast, dass Thranda Design eine entsprechende Anfrage zur Konvertierung der ATR abgelehnt habe – mit Verweis auf die komplexe Avionik des Modells.

Auf die Nachfrage seitens flusinews.de, ob das Projekt ein finanzielles Risiko darstellt, antwortete Oisin Little: „Die ATR ist ein einfaches Flugzeug, aber die Systeme sind komplex und erfordern viel Arbeit, um es richtig zu machen. Das Kickstarter-Ziel spiegelt nicht die Gesamtkosten der Entwicklung wider. Als Referenz: Wir haben mindestens das Vierfache des Betrages für das Proline21/FMS3000 der King Air 350i ausgegeben. Also ja, es ist ein großes Risiko.“

Schlussendlich führten laut Oisin Little auch die bisherigen Erfahrungen mit X-Plane 11 zu der Entscheidung, das Projekt vorerst stillzulegen . „Bei allem Lärm, den die XP-Community macht, waren die Verkäufe unserer T310R enttäuschend und haben zu dieser Neubewertung des XP-Marktes geführt.“

Morddrohungen gegen Chef von Milviz

Was dann folgte, war geradezu typisch für die X-Plane-Community, welche mit ihren ständigen Belästigungen bereits Robert Randazzo von PMDG erfolgreich genervt hat. Colin Pearson berichtet von täglichen Emails zum vorläufigen Stopp der ATR 72 für X-Plane 11. Einige davon hätten sogar Morddrohungen enthalten, erzählte er während des Podcasts. Diese Emails habe er an die Polizei weitergeleitet.

Daraufhin hat Milviz dann – ganz offenbar ohne böse Absichten – die Kickstarter-Kampagne ins Leben gerufen. Der darauffolgende Shitstorm ist bekannt.

Jetzt ist das Entwicklerteam nicht mehr sonderlich angetan von der Community. „Ehrlich gesagt, die X-Plane-Fans sind noch viel viel schlimmer als die DCS-Fans. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich mir ausdenken möchte, was passieren würde, wenn wir tatsächlich eine ATR für X-Plane 11 entwickelten“, kommentierte Colin Pearson auf Facebook. Oisin Little sieht die Sache ein wenig nüchterner: „Wenn die Finanzierung nicht klappt, dann ist das Okay. Es zeigt, dass die Nachfrage nicht da ist.“

Debakel zur ATR 72: Milviz ist nicht alleine Schuld

Dass es soweit kommen musste, liegt nicht nur an Milviz. Kann man den Entwicklern wirklich vorwerfen, dass sie sich überschätzt haben? Sicherlich nicht. Vielmehr ist es dem kanadischen Unternehmen hoch anzurechnen, dass sie überhaupt den Versuch gewagt und in den Simulator investiert haben.

Die Kickstarter-Kampagne war PR-technisch allerdings ein Griff ins Klo, gar keine Frage. Dass die X-Plane-Community nach dem vorherigen Schlingerkurs mit Hohn und Spott reagieren würde, war abzusehen. Denn immerhin hat Milviz mit der Ankündigung große Hoffnungen geweckt, die anschließend zerstört wurden. Das Entwicklerteam zeigte erst Bilder der ATR aus X-Plane 11 und bestätigte, dass es ein benutzerdefiniertes FMC geben werde. Später gab das Unternehmen bekannt, man erwäge aus den bereits angesprochenen Gründen ein Lite-FMC. Gute Öffentlichkeitsarbeit sieht anders aus. Danach mit einer Crowdfunding-Kampagne knapp 17.000 Euro einsammeln zu wollen, das konnte nicht gut ankommen.

Milviz ATR 72 Debakel Bild 04

Zumal das Entwicklerteam bislang noch kein vergleichbar komplexes Flugzeug für Prepar3D veröffentlicht hat. Die DHC-3T Turbo Otter etwa ist zwar hervorragend umgesetzt, aber eben keine Turboprop mit digitaler Avionik. Erst mit der Super King Air 350i könnte das kanadische Unternehmen beweisen, dass es auch modernen Propellerflugzeugen mit Glascockpit und Flight-Management-Computer gewachsen ist. Dafür müsste Milviz die Geschäftsreisemaschine jedoch endlich veröffentlichen.

Unter diesen Umständen kann also niemand erwarten, dass virtuelle Piloten mal so eben 90 Euro oder mehr auf den Tisch legen.

Berichterstattung zur ATR 72 gießt Öl ins Feuer

Doch auch die Flugsimulator-Medien haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Nachdem Milviz angekündigt hatte, die ATR 72 eventuell auch für X-Plane 11 umzusetzen, wurde dieses eventuell nicht deutlich genug kommuniziert. Das weckt falsche Hoffnungen, die dann später in puren Hass umschlagen können. Auch flusinews.de muss hier noch besser werden. Wir hätten stärker herausstellen müssen, dass die ATR 72 für X-Plane 11 auf wackeligen Beinen steht.

Wesentlich problematischer ist es allerdings, wie über die Kickstarter-Kampagne berichtet wurde. ThresholdX.net etwa bediente sich Mitteln der Boulevard-Berichterstattung, hob einzelne Teile des Textes in fetter Schrift hervor und bediente damit das Narrativ der gierigen Entwickler, welche den Bezug zur Realität vollkommen verloren haben. Auch den Stichtag hoben die Redakteure in ihrem Artikel extra noch einmal hervor und ergänzten, es sehe ganz so aus, als wolle Milviz Druck ausüben. Dass eine Deadline für die Finanzierung bei Kickstarter ganz normal ist, erwähnte Threshold allerdings nicht. Solch eine Berichterstattung fördert die feindliche Stimmung, welche sich anschließend in den (a)sozialen Medien entlädt.

Milviz kam nicht zu Wort

Das Portal FSElite.net verzichtete auf eine reißerische Berichterstattung, schlampte dafür aber in einem Artikel über den Preis der ATR 72 für Prepar3D v4. Hier hieß es anfangs, dass die Turboprop zwischen 120 und 150 Dollar kosten werde. Dass damit Kanadische Dollar gemeint sein könnten und der Preis damit wohl eher 100 Euro statt 130 Euro beträgt, fügte der Redakteur erst später ein. Im Kommentarbereich hatte manch ein Leser seiner Wut aber schon freien Lauf gelassen. Kein Wunder, schließlich bediente FSElite.net damit ebenfalls das Narrativ der gierigen Entwickler.

Nur, damit wir uns nicht falsch verstehen: Selbstverständlich sind 100 Euro immer noch viel Geld. Aber eben deutlich weniger als 130 Euro. Und sofern Milviz am Ende wirklich eine ATR 72 auf Study-Level abliefert, mag dieser Preis sogar gerechtfertigt sein.

Gute Berichterstattung muss Fakten einordnen, unterschiedliche Positionen zu Wort kommen lassen, neue Erkenntnisse recherchieren. Das ist bei den Portalen, die am Wochenende berichtet haben, nicht passiert. Kein Artikel setzt sich damit auseinander, wie Milviz die Sache sieht. Dabei hätte eine schnelle Anfrage schnell klären können, warum sich das Unternehmen zu diesem ungewöhnlichen Schritt entschieden hat. Und dann hätte die lautstarke X-Plane-Community sicherlich anders reagiert.

Am Ende ist niemand glücklich

Schlussendlich kann niemand mit der jetzigen Situation zufrieden sein. Eine ATR 72 für X-Plane 11 wird nach aktuellem Stand wohl eher nicht kommen, und überhaupt dürfte sich Milviz in Zukunft ganz genau überlegen, inwiefern sie den X-Plane-Markt nach Veröffentlichung der aktuell noch geheimen Projekte überhaupt bedienen möchten. Das ist schade, denn für die Entwickler hätte sich die Veröffentlichung eines stark nachgefragten Flugzeugs sicherlich auch finanziell gelohnt – ganz im Gegensatz zur T310R, die möglicherweise das falsche Projekt für den Einstieg war.

Die X-Plane-Community muss jetzt unter Umständen auf ein äußerst renommiertes Entwicklerteam verzichten, das seine Add-Ons im Gegensatz zu anderen Studios nicht am Fließband produziert. Auch weitere Softwareunternehmen aus der FSX/Prepar3D-Branche werden die Ereignisse des vergangenen Wochenendes mit Interesse beobachtet und ihre Schlüsse daraus gezogen haben. War es das, was die Fans von Laminar Research mit ihren ständigen Belästigungen und feindlichen Kommentaren erreichen wollten?

Autor

Hallo, ich bin Frank und schreibe seit 2011 für flusinews.de. Damals war unsere Website ein kleines Hobbyprojekt, heute eine wichtige Stimme in der Flugsimulator-Szene – auch wenn wir immer noch in unserer Freizeit schreiben. Auf flusinews.de kümmere ich mich um alles, was irgendwie mit Inhalten zu tun hat. Am liebsten schreibe ich ausführliche Hintergrundberichte über Themen, welche die Szene bewegen.

Bisher 8 Kommentare

  1. Endlich mal ein konstruktiver neutraler Beitrag zu diesem Thema. Die Stimmung in den Foren war derart aggressiv, dass ich mich teilweise fremdgeschämt habe. Vielleicht sollten Entwickler gegenüber der Community mal transparenter offen legen wie viel man mit Add Ons verdient und wie groß man wirklich ist oder welche Expertisen eingekauft werden müssen. Was Lizenzen beim Bau für eine Rolle spielen und wer alles an so einem Produkt verdient. Ich finde es dominiert die allgemeine Fehleinschätzung durch Überbewertung und somit jede Menge Platz den Studios und Einzelpersonen „Gier“ zu unterstellen.

  2. Gute Berichterstattung/Analyse, Herr Kuhn, sehr lesenswert, danke.

    Schade, dass es innerhalb der Flusi-Community immer wieder zu einem pöbelhaften Fan-Benehmen und Herdendenken wie unter fanatischen Fußballanhängern kommt. Mit solch‘ einem „Fussvolk“ tut sich kein Simulatorhersteller einen Gefallen, weil es letztendlich nur die Klasse und Stärke, welcher jeder Flusi individuell besitzt, untergräbt.

    Flugsimulation ist für mich das schönste Hobby, das es gibt. Und nur durch ein Miteindander, durch einen spannungsvollen und ideenreichen, kommunikativen Austausch, egal ob man nun Xplane, den P3D, FSX, AFS2 oder DCS favorisiert, werden wir auf unserer gemeinsamen Reise dorthin kommen, wo (fast) jeder am Ende sagen kann: Ja, jetzt haben wir ihn, unseren mehr oder weniger idealen Sim für jedermann !

    Die Fliegerei der realen Welt hat – ohne Zweifel – die Welt zu einem Dorf gemacht, Völker einander näher gebracht.

    Und manch einer lebt an Orten dieser Welt wo er ohne die Fliegerei gar nicht überleben könnte. Deshalb sollte sich die Flugsimulation auch um diesen der Fliegerei zugrunde liegenden Faktor mehr bemühen: nämlich das Einende, das Verbindende!

    Und wer hier und da seinen inneren Tierinstinkten freien Lauf lassen möchte, für den habe ich einen guten Rat: Besser, lieber Mensch, du lebst das Stammesdenken deines Stammhirns nicht auf Flusiportalen und gegenüber Entwicklern aus, besser du gingst dafür auf den Flussballplatz.

    • Christian Bramkamp Antworten

      Absolut nicht nachvollziehbar, wie es überhaupt zu einer solchen Situation kommen kann. Bei nahezu jeder Veröffentlichung eines P3D Addon wird nach einer Umsetzung für X-Plane gefragt. Jetzt bietet man der Community eine Option und wird dazu massiv kritisiert. Ich würde denen den Vogel zeigen und das Angebot unmittelbar zurückziehen.

  3. Lutz Floetenmeyer Antworten

    Als Erstes: Vielen Dank für den bericht, sehr gut geschrieben und sehr aufschlussreich. Die Entscheidung von Milviz war nur folgerichtig.
    Diese Entwicklung zur Aggressivität ist wohl ein Produkt des freien Internets – leider. Durch das fehlende persönliche und reale Gegenüber scheinen Bremsen zu fehlen, die sonst im normalen Leben funktionieren – meistens. Eine Ähnliche Situation gibt es bei Autofahrern, die in Blechkisten der anderen nur eben Blechkisten sehen und nicht die Menschen, die dort drin sitzen. Die Anonymität lässt Schranken fallen.
    Und es gibt natürlich in Zeiten, in denen die völlige Freiheit des Einzelnen als das höchste Gut angesehen wird, Zeitgenossen, die das so verstehen, dass sie tun und lassen können was sie wollen. Für die die Gemeinschaft keinen Wert hat und Rücksicht Schwäche bedeutet.
    Freiheit ist ein hohes Gut, das stelle ich überhaupt nicht in Frage. Aber ein noch höheres Gut ist die Integrität und die Unverletzlichkeit des Anderen, Unverletzlichkeit auch im Sinne von der Verhinderung von Beleidigungen, Pöbeleien, Drohungen etc. Meine persönliche Freiheit endet dort, wo die meiner Mitmenschen beginnt.
    Leider ist das längst kein Phänomen der Flusi Gemeinschaft, sondern eines aller social medias. Das ist der Grund aus dem ich mich immer mehr zurückziehe – und ich bin nicht allein damit.

  4. Vielen Dank für den sachneutralen Bericht.
    Das Thema ging bei mir bisher vorbei, aber es schockiert mich, wie weit es einige treiben.

    Mir fällt das aggressive Verhalten in Ihrer Kommunikation von einigen Xplane Piloten auch gegenüber anderen Entwicklerstudios sehr negativ auf.
    Auch wenn Xplane immer besser wird und die Entwicklerstudios sich sehr viel Mühe geben, technisch detaillierte Flugzeuge zu entwickeln, wir sind bei Xplane noch lange nicht auf dem technischen Level eines professionellen Simulators. Aber das wird von vielen Xplane Piloten erwartet. Natürlich freue ich mich, wenn das Flugzeug/Hubschrauber detailliert wie möglich entwickelt ist, aber bitte selbst bei 60 EUR pro Lizenz ist das doch völlig abwegig. Selbst wenn auf der Welt 10 tausend Exemplare verkauft werden, mit 600 tausend Entwicklungskosten ist man noch immer weit unter den Kosten eines professionellen Simulators.
    Und wenn ich dann sehe, mit welcher Hardware der „gewöhnliche“ Xplane Piloten dann fliegt, mit einem simplen PC und einem Monitor, und dafür dann hochprofessionelle Software erwartet, das ist schon sehr arrogant. Ich identifiziere mich jedenfalls nicht mit diesen aggressiven Xplane Piloten und kann nur für Entschuldigung bitten und die stille Gemeinschaft aufrufen, diese aggressive Kommunikation mit Gegenkommentare entgegen zu wirken und besonders aggressiv kommunizierende Xplane-Piloten öffentlich aus der Gemeinschaft zu verbannen.

    • „….wir sind bei Xplane noch lange nicht auf dem technischen Level eines professionellen Simulators.“

      Naja, erwerben kann man eine X-Plane 11 Professional Version direkt bei Laminar zumindest schon, und zwar hier: https://www.x-plane.com/pro/buy-it/ – ist ja schliesslich auch ein FAA-zertifizierter Simulator.

      „….Und wenn ich dann sehe, mit welcher Hardware der „gewöhnliche“ Xplane Piloten dann fliegt, mit einem simplen PC und einem Monitor,…“

      Deswegen muss das Flugsimulationserlebnis heutzutage keinesfalls schlecht sein. Professionelle Drohnenpiloten sind ihrer Sicht oft wesentlich eingeschränkter als die meisten Freizeit-User am Desktop (siehe zBsp hier: https://www.nwzonline.de/digitale-welt/so-lernen-deutsche-soldaten-das-drohnen-fliegen_a_24,0,1875401544.html )

      Wo ich aber bei X-Plane diesbezüglich das Hauptproblem sehe (vor allem auf Grund eigener Erfahrung) ist sein generell grosser Hardware-Hunger. Gepaart mit schlechter Optimierung von Seiten seiner Entwickler (da ist definitv noch Luft nach oben), und einem ziemlich mageren – bestenfalls mittelmässigen – optischen default Ergebnis, im Vergleich zu anderen Sims; und die immergleich spinatgrünen Bodentexturen kann ich bald auch nicht mehr sehen.

      So sehr ich X-Plane wegen der Heli-Fliegerei schätze, so läuft er doch – out of the Box – im Vergleich zu meinem FSX/P3D/AeroflyFS2/DCS/FalconBMS am schlechtesten; erst wenn ich an ihm ordentlich herum gebastelt habe läuft er ziemlich gut (Bastelstube). Und auf dem Heli-Niveau eines DCS ist er auch noch nicht angelangt (zBsp. dieser oft übertrieben angelegte Vortex Ring State in XP11 hat nun wirklich nix mit der Realität zu tun).

      Deshalb meine Botschaft an alle holzköpfigen X-Plane Vollspackos, und ich meine nur Vollpfosten von solch erlesener Art wie von Frank oben beschrieben: Ihr seid mit eurem Simulator voll der Baustellen noch lange nicht dort, wo ihr ihn gerne sehen wollt und der Weg dorthin kann noch lange sein.

      Deshalb solltet ihr – anstatt potentielle Entwickler mit Mord und Totschlag zu vergraulen – besser eure Kräfte und Absichten hinein ins Positive bündeln, um ihnen euren XP11 so schmackhaft wie möglich zu machen. Denn ich bezweifle stark dass Austin & Ben ihre (ewige) Bastelbude alleine hinbekommen, sodass man als User beim überfliegen ihrer Ländereien des ewigen Sommers nicht andauernd an Spinat und das nächste GPU Upgrade denken muss.

    • Nur mal mit paar Mythen aufräumen, von einem der und Raumfahrt Technik studiert hat und selbst real fliegt

      1. FAA Zertifizierung, wie sind die Zusammenhänge

      „xPlane wirbt auch damit, als Verfahrenstrainer zertifiziert zu sein.
      Dabei werden ein paar Sachen verschwiegen:
      – Zertifizieren lassen sich nur komplette Systeme, nicht eine
      Software. Der xPlane-Verfahrenstrainer besteht aus Hardware und
      Software und die Software hat nichts mit der im freien Handel
      befindlichen Version von xPlane zu tun
      – eine Zertifizierung als VT ist keine Qualitätauszeichnung. Die
      Anforderungen für einen solchen sind denkbar gering. Auf ein
      realistisches Flugverhalten kommt es nicht an, darin grenzt sich der
      Verfahrenstrainer vom Flugsimulator ab.
      – Mit entsprechender Hardware hätte schon der FS98 zertifiziert
      werden können. Microsoft wollte das auch, verzichtete jedoch
      zugunsten eines Deals darauf: Bis zum FS95 waren die Fluggebiete
      recht begrenzt. Mit dem FS98 und erst recht mit dem FS2000 wurde eine
      Worldwide DB eingeführt, die alle Navaids und die meisten Flughäfen
      enthielt. Diese Daten brauchte man und da gibt es nicht viele
      Anbieter. Jeppessen sprang ein, bietet jedoch selbst
      Verfahrenstrainer an. Der Deal: Jeppessen stellt Microsoft die
      Navaid-DB zur Verfügung, Microsoft verzichtet im Gegenzug auf das
      Anstreben einer FAA-Anerkennung.

      2. Mythos Flugphysik

      „Das ist falsch. Der erste Denkfehler besteht darin, dass die
      Flugdynamik im Simulator vermutet wird. Er ist nur die Engine, die
      Dynamik selbst steckt im Flugmodell und die von MS sind unter alles
      Kanone, das stimmt. Deswegen nimmt auch keiner die sondern greift auf
      AddOns zurück. “

      Deswegen sind für mich zum Beispiel Addon von A2A und PMDG unverzichtbar

      @Klaus
      Ich dächte Drohnen habe eher keine Piloten, zumindest ist das die Intension, da relativiert sich das Blickfeld

  5. Ich befürchte nun werden sich noch mehr renommierte Anbieter drei mal überlegen, ob sie was für X-Plane oder welchen Sim auch immer, produzieren. Auch wenn ich ihn (den XP) auf Grund meines Nutzungsverhaltens nicht so sehr mag, aber sinnvolle Produktalternativen sind nie schädlich, sondern bringen das Ganze voran.
    Nichts gegen Produktkritik, aber Morddrohungen, das ist die Gosse und der Müllkübel des Internets. Es macht mich wütend, dass man mit solchem Abschaum ein Hobby teilen muss.
    Wenn ich bedenke , dass es bei allen Simulatoren um ein lächerliches Spiel geht, ohne das die Welt um nahezu nichts ärmer wäre, fällt mir nichts mehr ein.

    Ja das Hobby macht Spaß bleibt aber ein Spiel und ein Addon im Sinne des Wortes ein Zusatz dazu. Für manche scheint sich das reale Leben jedoch nur noch auf Facebook und Co. bzw. in der Anonymität abspielen, denn man kann dort alles ablassen ,was einem sonst das Leben zum Frust macht, weil man eigentlich Karl A. ist. Zum Großteil arme Würmchen, die im Leben nie was auf die Beine bekommen aber dort den RamboZambo anonym rauslassen.

    Mir tut nur die überwiegende Mehrheit der Simmer leid, die im Hobby den Spaß Faktor sehen und schnell in den gleichen Topf geworfen werden.

    Das ist nicht nur bei X-Plane oder in der Flugsimulation so, sondern zunehmend in allen Bereichen,.
    Einfach erbärmlich welchen Mut die Mutlosen an den Tag legen , solange sie nicht wirklich erkannt werden.

    Ehrlich ? Ich hätte nichts dagegen, wenn es eine Art lebenslange Netz ID für jeden gäbe, sodass man auch für das gerade stehen muss, was man schreibt und tut, wie im richtigen Leben. Das wäre auch keine Einschränkung der Freiheit nur eine Einschränkung der völligen Anstandslosigkeit.

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