Im Mitmach-Museum “Experiminta” gibt es allerhand zu entdecken. An über 130 Experimentierstationen können Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene spannende Aspekte der Naturwissenschaften, Mathematik, Informatik und Technik hautnah erleben. Dazu gehört seit einigen Jahren sogar ein Flugsimulator, und diesen haben wir uns einmal näher angesehen.

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Flugsimulator-Workshop in den Schulferien

Die erste Woche im neuen Jahr, kurz vor 12:00 Uhr: In der Experiminta ist die Hölle los. Kein Wunder, schließlich sind gerade Schulferien in Hessen. Vor dem Kassenbereich stehen Familien in Scharen an, auf der Ausstellungsfläche tummeln sich Klein und Groß rund um die vielen verschiedenen Experimentierstationen. Auch die Kantine ist randvoll, Ausprobieren macht schließlich hungrig. Von der Atmosphäre her gleicht das Mitmach-Museum also eher einem Kinderspielplatz als einem Museum – aber das ja auch Teil des Konzepts.

Experiminta Flugsimulator 01

Zum Glück müssen wir nicht lange vor dem Empfangstresen warten, denn Franz Gamroth holt uns dort nach einem kurzen Anruf ab. Er gehört zu den acht Menschen, die den Flugsimulator ehrenamtlich betreuen. Am Anfang habe die Museumsleitung das Projekt ja noch kritisch gesehen und ein wenig belächelt, sagt er uns. Doch mittlerweile erfreue sich der Simulator bei den Besuchern großer Beliebtheit und zähle zu den Hauptattraktionen. Und so bietet die Experiminta regelmäßig den Workshop „Abenteuer Fliegen“ an. Dieser richtet sich zwar in erster Linie an Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren, kann prinzipiell aber auch von Erwachsenen gebucht werden.

Am Anfang steht in der Experiminta Theorie auf dem Plan

Zunächst geht es in einen Raum im Untergeschoss. Hier findet zu Beginn eine knappe Stunde Theorieunterricht statt. Warum fliegt ein Flugzeug? Und wie wirken sich die Steuereingaben auf die Maschine aus? – solche Fragen sollten zunächst einmal geklärt werden, bevor es praktisch wird. Nach einer kurzen Erfrischungspause begibt sich die Hälfte der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann nach oben in den Simulator. Der Rest verbleibt im Untergeschoss und übt derweil schon einmal mit einem Joystick über Laptop und Beamer.

Experiminta Flugsimulator 04

Freilich ist der Flugsimulator im Mitmach-Museum Experiminta kein vollwertiger Fixed-Base-Simulator, wie wir ihn von vielen kommerziellen Anbietern kennen (Bericht zu Flugsimulator Frankfurt lesen). Stattdessen besteht der Aufbau aus vier Bildschirmen, einem Yoke mitsamt Throttle-Quadranten, Ruderpedalen und zwei Steuerelementen für Funk und Autopilot. Auf drei Monitoren ist die Außenwelt zu sehen, der vierte zeigt das Instrumentenbrett der jeweiligen Maschine an. Damit eignet sich der Simulator perfekt für Einsteiger, die mit dem Hobby Flugsimulation bisher noch nicht in Berührung getreten sind. Der Simulator steht in einem separaten Raum und ist somit abgeschirmt vom restlichen Museum.

Später nehmen die Kinder das Steuer selbst in die Hand

Gerüstet mit den theoretischen Grundlagen gelingen die ersten Flugversuche dann sogar entsprechend gut. Im Workshop zeigt sich allerdings auch, dass Flugsimulator-Vorerfahrung nicht immer hilfreich sein muss. Denn einer der jungen Teilnehmer fliegt zwar auch zu Hause an seinem Computer, hat dort aber das Höhenruder seines Yokes genau falsch herum konfiguriert. Dementsprechend hat der Nachwuchspilot so seine Probleme damit, die Cessna 172 nach oben zu ziehen oder nach unten zu drücken.

Experiminta Flugsimulator 05

Glücklicherweise bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Unterstützung von einem richtigen Piloten. Der Instrukteur und Workshop-Leiter saß früher für die Luftwaffe im Cockpit von F-4 Phantom II und Eurofighter. Jetzt betreibt er in seiner Freizeit Segelflug und muss sich daran gewöhnen, dass es dort keinen Schubhebel gibt. Mit einer ruhigen Stimme und einem Zeigestab in der Hand sorgt er dafür, dass alle wieder sicher am Boden ankommen – zumindest fast alle. Denn kurz vor dem Aufsetzen am Flughafen Frankfurt kollidiert die Cessna 172 mit einer MD-82, welche sich ebenfalls im Landeanflug auf die 07R befand. Das sorgt für heiteres Gelächter im Raum.

Modernisierung des Simulators geplant

Aktuell läuft der Flugsimulator in der Experiminta noch auf Basis des FSX. Franz Gamroth und sein Fliegerfreund Paul Landsiedel möchten allerdings gerne auf eine modernere Plattform umsteigen, damit sie auch für die Zukunft gut aufgestellt sind. In Anbetracht der breiten Auswahl auf dem Simulator-Markt fällt das aber nicht gerade leicht – zumal natürlich auch Virtual Reality und die Kompatibilität zur vorhandenen Hardware ein Thema sind.

Experiminta Flugsimulator 03

Deswegen waren die beiden sehr dankbar über Tipps und Erfahrungswerte aus der flusinews.de-Redaktion. Auf welcher Plattform der Simulator in der Experiminta in einigen Jahren laufen wird, bleibt aber am Ende der dortigen Flugsimulator-Gruppe überlassen. Bis dahin fliegt man hier weiter auf dem FSX – und das erfolgreich. Einem der Mädchen hat es sogar so viel Spaß gemacht, dass sie nach Ende des Workshops unbedingt noch ein paar Runden im Simulator drehen möchte.


Der Workshop „Abenteuer Fliegen“ findet das nächste Mal am 16. März 2019 statt, und zwar von 10:15 bis 13:30 Uhr. Die Kosten belaufen sich auf 25 Euro pro Person. Die Workshops sind für Jugendliche ab zwölf Jahren geeignet, können prinzipiell aber auch von Erwachsenen gebucht werden. Weitere Termine sind für die hessischen Osterferien geplant, mehr dazu hier.

Flugstunden im Flugsimulator können jeden zweiten Samstag im Monat zwischen 15:00 und 17 Uhr gebucht werden. Nächster Termin ist der 9. Februar. Die Flugstunden dauern eine halbe Stunde pro Person und kosten fünf Euro pro Person, zusätzlich zum Eintritt in das Mitmach-Museum.

Das Experiminta ScienceCenter in Frankfurt am Main liegt unweit der Messe und ist optimal mit der Straßenbahn zu erreichen. Weitere Informationen findet ihr auf der Website des Mitmach-Museums.

Autor

Hallo, ich bin Frank und schreibe seit 2011 für flusinews.de. Damals war unsere Website ein kleines Hobbyprojekt, heute eine wichtige Stimme in der Flugsimulator-Szene – auch wenn wir immer noch in unserer Freizeit schreiben. Auf flusinews.de kümmere ich mich um alles, was irgendwie mit Inhalten zu tun hat. Am liebsten schreibe ich ausführliche Hintergrundberichte über Themen, welche die Szene bewegen.

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