artikelbild_fp2In der Weihnachtszeit erinnert man sich gerne an die Vergangenheit, und in der Luftfahrt darf da ein alter Klassiker nicht fehlen: Die DC-3. Leider wird dieses sehr tolle Flugzeug nur noch selten genutzt, da es den modernen Anforderungen nicht mehr entspricht. Zwei Unternehmen, Basler Turbo Conversions und Braddick Specialised Air Services International PTY Ltd, bauen die alten „Rosinenbomber“ zu modernen Turboprop-Transportflugzeugen um, die weltweit genutzt werden. Mehrere Designer haben den stark modifizierten Klassiker für den FSX veröffentlicht – als Freeware. Wir stellen euch die BT-67 sowie die DC3TP in diesem Artikel vor.

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Fliegende Perlen 'Basler BT-67 und Turbo Dakota' Bild 01

Fliegende Perlen 'Basler BT-67 und Turbo Dakota' Bild 02

Fliegende Perlen 'Basler BT-67 und Turbo Dakota' Bild 03

Eines der bekanntesten Flugzeuge der Welt ist definitiv die Douglas DC-3, keine Frage. Insgesamt wurden weit mehr als 10.000 Exemplare gebaut. Im 21. Jahrhundert wird der Klassiker allerdings nicht mehr den hohen Anforderungen gerecht: Die DC-3 ist nicht modern genug, außerdem liefern die Sternmotoren im Vergleich zu den modernen Turboprops nicht sehr viel Leistung , welche oft bei Flugzeugen dieser Größe verwendet werden. Es gibt nur noch wenige Fluggesellschaften, welche die DC-3 in der heutigen Zeit nutzen. Einige der wenigen sind die bekannten Buffalo Airlines, welche den Oldtimer im Linienflugverkehr von Yellowknife (Northwest-Territories, Kanada) nach Hay River einsetzen.

Doch eine Legende, die sich sehr bewährt hat, will man nicht zum Schrottplatz fliegen, deshalb rüsten mehrere Firmen alte DC-3s zu modernen Transportflugzeugen um. Am bekanntesten sind da Basler Turbo Conversions aus den USA mit ihrer BT-67 und Braddick Specialised Air Services International PTY Ltd aus Südafrika mit der DC-3TP/C-47TP „Turbo Dakota“.

Es werden Turboprop-Motoren vom Typ Pratt & Whitney Canada PT6A eingebaut, und zumindest bei Basler ersetzt man die alten Treibstoff-, Hydraulik- und Elektrik-Systeme wie auch die Avionics mit zeitgemäßen Nachfolgern.

Die Basler wird in den verschiedensten Teilen der Welt eingesetzt: Von Kenn Borek und dem AWI (Alfred Wegener Institut für Polarforschung) in der Antarktis, vom U.S. Forest Service zur Waldbrandbekämpfung, vom US Department of State (Außenministerium) für Transportflüge im Kriegsgebiet Afghanistan und von diversen Luftwaffen, meist aus Südamerika, für die Bekämpfung von Drogen-Transporten.

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Daniel Fürnkäss, bekannt durch seine Website „Cheese-Strike-Repaints“, hat das Projekt Basler BT-67 für den FSX ins Leben gerufen. Gemeinsam mit dem Entwickler Manfred Jahn, welcher sich durch seine Freeware DC-3, ebenfalls für den FSX, einen Namen in der Szene machte, hat sich Daniel um den visuellen Teil gekümmert, wobei „Cheese-Strike“ die Texturen und Manfred das Modell übernommen hat.

Damit sich die Basler im FS auch so fliegt, wie sie sich fliegen muss, hat Alexander Metzger, welcher in Sachen Flugdynamiken immer gerne gefragt ist und eben diese unter anderem für die Digital Aviation Do-27, die Piper Cheyenne PA31T wie auch für die Orbx Lancair IV/P entwickelt hat, sich ein weiteres Mal in sein Element gewagt.

Dann mussten „nur noch“ Gauges und Animationen programmiert werden, Hansjörg Nägele hat dies übernommen.

Für die Turbo Dakota sind außerdem noch Andrew Brown, Johan Jacobs und Janus Swanepoel verantwortlich.

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Doch nun zu den Flugzeugen: Diese können von Flightsim.com heruntergeladen werden, was recht schnell geht. Danach müssen die Ordner noch in das FSX-Verzeichnis eingefügt werden, das war’s.

So, wo fangen wir mal an? Am besten mit dem Außenmodell. Bei diesem hat man sich in der Tat viel Mühe gegeben, denn man hat die Basler authentisch umgesetzt: Lufteinlässe, Antennen, Steuerflächen, das Fahrwerk sowie Skier sind mit dabei. Die Piloten sehen aus wie Menschen, nicht wie Spielfiguren, die Texturen geben der Basler sowie der Turbo-Dakota einen realistischen Look. Das Modell ist wirklich erste Sahne, wirklich genial sind aber die Propelleranimationen, da können sich so manche Payware-Entwickler eine Scheibe von abschneiden.

Die Props beginnen sich beim Start langsam zu drehen und werden dann schneller, wie es in der Realität bei Propellerturbinen der Fall ist. Bei anderen Add-Ons ist das leider nicht so.

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Dann werfen wir als nächstes einen Blick in das virtuelle Cockpit. War die alte DC-3 von außen noch einigermaßen zu erkennen, so ähnelt das Cockpit dem Klassiker schon quasi gar nicht mehr: Moderne Rundinstrumente, GPS-Units sowie zeitgemäße Funkgruppen. Leider hat man die Instrumente nicht dreidimensional umgesetzt und die Texturen eben dieser sind auch nicht sonderlich gut lesbar, aber es gibt ja zum Glück ein Update auf HD-Gauge-Texturen.

Es macht wirklich Spaß, dieses Pit zu bedienen, denn alle Schalter hat man in 3D modelliert und dazu noch Klicksound beigelegt. Auch der Rest des virtuellen Cockpits ist durchgehend sehenswert, selbst den Seifenspender hat man nicht vergessen.

Es gibt außerdem noch einen Load-Manager als 2D-Popup. Zwar ist dieser recht einfach gehalten, aber trotzdem sehr praktisch.

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Weiter geht‘s mit der Systemtiefe. Selbstverständlich gibt es bei solch einem Flugzeug nicht viele Systeme, aber die existierenden hat man sehr gut umsetzt. Von den langsam andrehenden Propellern habe ich schon etwas weiter oben berichtet. Dazu kommt dann noch die Umsetzung des Fuel Systems, der Anti-Ice-Systeme wie auch dem Auto-Feather-System.
Beeindruckend ist auch die Tatsache, dass Schubänderungen nicht sofort passieren, es dauert nämlich kurz, wie es bei Turboprops der Fall sein sollte.

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Auch die Flugdynamiken der Basler und der Turbo Dakota sind wirklich sehr gelungen, es macht Spaß, die „neue“ DC-3 durch die Gegend zu bewegen, vor allem in abgelegenen Gegenden wie Kanada oder auch der Antarktis macht sie sich sehr gut. Zugegeben, ich saß noch nie in einer, aber die Dynamiken des Flusi-Flugzeugs fühlen sich gut an.

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Leider ist kein eigener Sound für die Basler und die Turbo Dakota mit dabei, aber man kann sich ein kostenloses Soundpack, welches eigentlich für die Twin Otter gedacht ist, herunterladen, da beide über dieselben Turboprops verfügen.

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Letztendlich kann und muss man sagen, dass die Basler BT-67 sowie die Turbo Dakota in keinem virtuellen Hangar fehlen dürfen, denn hierbei handelt es sich wirklich um sehr hochwertige Umsetzungen, welche man so nicht überall findet. Leisten andere Designer auf visueller Basis ähnliche oder auch bessere Arbeit, so sind die Flugdynamiken von Alexander Metztger sowie die Systemtiefe definitiv beeindruckend, so etwas findet man bei Freeware sonst fast nicht.

Weitere Texturen für die Basler gibt es übrigens auch Flightsim.com, nur ist der Download-Links für das HD-Gauge-Pack derzeit nicht erreichbar, da Daniel derzeit an einer neuen Website baut. Doch bereits an Heiligabend soll die neue eröffnet werden.

Download-Links

Basler BT-67 via Cheese-Repaints

DC-3TP via Flightsim

Ein mögliches Soundset via Avsim

Autor

Hallo, ich bin Frank und schreibe seit 2011 für flusinews.de. Damals war unsere Website ein kleines Hobbyprojekt, heute eine wichtige Stimme in der Flugsimulator-Szene – auch wenn wir immer noch in unserer Freizeit schreiben. Auf flusinews.de kümmere ich mich um alles, was irgendwie mit Inhalten zu tun hat. Am liebsten schreibe ich ausführliche Hintergrundberichte über Themen, welche die Szene bewegen.

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