Das Hochgebirge ruft, denn die Add-On Szenerie „Matterhorn Park“ von Frank Dainese und Fabio Bellini für X-Plane 10/11 (Wir berichteten) steht kurz vor der Veröffentlichung. In wenigen Tagen soll das Produkt für knapp 20 Euro bei X-Plane.org erscheinen. Grund genug für uns, in den Air-Zermatt-Hubschrauber zu springen und uns den bekanntesten Berg der Schweiz einmal aus der Nähe anzuschauen. Schließlich setzte die Vorgänger-Szenerie Dolomiti 3D (Review lesen) neue Trends, wenn es um Berglandschaften im Flugsimulator geht. Zahlreiche Eindrücke vom Matterhorn und ein kurzes Fazit findet Ihr jetzt im vollen Vorschau-Artikel.

Die Gemeinde Zermatt

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Die Innenstadt Zermatts ist äußerst detailliert nachgebildet worden.

Am Fuße des Matterhorns liegt die 5.700 Einwohner große Gemeinde Zermatt. Der beliebte Ferienort wird besonders gerne von Wintersportlern und Wanderurlaubern besucht, außerdem ist er autofrei. Frank Dainese und Fabio Bellini haben Zermatt in einem hohen Detailgrad mit den Häusern im klassischen Alpen-Stil umgesetzt. Fast alle wichtigen Gebäude sind enthalten, darunter sind die Pfarrkirche St. Mauritius mitsamt dem Friedhof, der Bahnhof von Zermatt, das Grand-Hotel „Zermatterhof“ sowie die Credit-Suisse-Filiale. Nur das Matterhorn-Museum wurde leider vergessen.

In der gesamten Szenerie hat man zudem auf fotoreale Bodentexturen verzichtet, stattdessen kommen handgezeichnete Texturen zum Einsatz. Diese werden als Polygone platziert und machen den Eindruck, als wären sie tatsächlich fotoreal. So wolle man Problemen mit dem Urheberrecht aus dem Weg gehen, heißt es im Handbuch.

Heliport und Berghütten

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Darf nicht fehlen: Die Basis der Air Zermatt.

Wer sich für Hubschrauber interessiert, dem ist die Air Zermatt ganz sicher ein Begriff. Die Fluggesellschaft gilt als Pionier in der Bergrettung und ist aus dem Fernsehen bekannt. Somit darf der markante Heliport am Rande von Zermatt natürlich auch in der Szenerie für X-Plane nicht fehlen. Zumal es mit der kostenfreien Bell 429 (Wir berichteten) das ideale Helikopter-Modell für Erkundungsflüge rund ums Matterhorn gibt. Die Air Zermatt nutzt das Modell des US-amerikanischen Herstellers seit 2012 und hat im vergangenen Jahr eine zweite Maschine bestellt, die pünktlich zum 50-jährigen Firmenjubiläum im Mai 2018 geliefert werden soll. Grundsätzlich macht der Heliport in X-Plane 11 eine gute Figur. Er hätte aber gerne noch wesentlich detaillierter ausfallen können.

Neben der Air-Zermatt-Basis sind noch einige Berghütten und Landeplätze im Paket enthalten, darunter die Hörnlihütte, das Berghaus Stafelalp, das Rifugio Jean-Antoine Carrel und das Hotel-Restaurant Schwarzsee. Dazu kommt der Gornergrat mit dem Berghotel, der Gornergratbahn und den Observatorien. Ein Ort, der durch die Kuppeln und die fantastische Aussicht auf das Matterhorn faszinierend und ein wenig gespenstisch zugleich wirkt. Auf der italienischen Seite des Matterhorns, im Ort Breuil-Cervinia, finden sich ebenfalls einige Landeplätze. Wer lieber mit dem Flugzeug unterwegs ist, für den gibt es zudem zwei fiktive Flugplätze. Einmal nahe der Gemeinde Täsch bei Zermatt und bei Cervinia. Leider lassen sich diese fiktiven Airfields nicht deaktivieren. Schade ist auch, dass das Fluggebiet etwas klein ist. Wäre es nur ein wenig größer, dann hätten die Entwickler noch die Schönbielhütte, die Monte-Rosa-Hütte sowie die Topalihütte umsetzen können.

Das Matterhorn

Unangefochtener Star der Szenerie von Frank Dainese und Fabio Bellini ist selbstverständlich das Matterhorn. Nachgebildet als digitales Höhenmodell mit einer Auflösung von fünf Metern thront das Schweizer Wahrzeichen majestätisch in den Alpen. Dank der 4K-Texturen gibt es keine Wolkenschatten, wie es bei Orthofotos oft der Fall ist. So sieht der 4.478 Meter hohe Berg von allen Saiten wirklich äußerst realistisch aus. Wer sehr nah an das Matterhorn heranfliegt, wird allerdings trotzdem unscharfe Texturen erkennen. Dies lasse sich durch die Limitationen des Simulators jedoch nicht vermeiden.

Nichtsdestotrotz ist es einfach beeindruckend, wie gut das Matterhorn durch die 3D-Nachbildung dargestellt wird. Es fühlt sich tatsächlich so an, als sei man direkt vor Ort – obwohl es sich lediglich um eine Simulation handelt. Die markante Gestalt des Matterhorns wird in der Tat äußerst gut auf den eigenen Bildschirm transportiert. Wäre die Schweiz (und Zermatt im Besonderen) nicht so teuer, man wäre fast geneigt, für die nächste Woche einen Urlaub zu buchen.

Das Fazit zu Matterhorn Park

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Frank Dainese möchte mit seiner Szenerie jedem die Möglichkeit geben, über einen der schönsten Berge weltweit zu fliegen. „Ohne einen Anspruch auf Perfektion, aber mit dem Gefühl, wirklich da zu sein“, schrieb mir Frank. Das ist dem begnadeten Berg-Fan definitiv gelungen. „Matterhorn Park“ ist eine kleine, aber äußerst feine Add-On Szenerie für X-Plane 10/11. Und diese sollten sich virtuelle  Hubschrauberpiloten auf keinen Fall entgehen lassen, denn der Preis ist mit 20 Euro wirklich mehr als fair. Die Ablaufgeschwindigkeit war übrigens selbst bei höchsten Einstellungen nie ein Problem, auch wenn die Frames im detailreichen Zermatt selbstverständlich niedriger sind.

Bei den Flügen rund um das Matterhorn werden auch Erinnerungen an die Matterhorn-Szenerie für den FSX (Wir berichteten), die jetzt schon wieder fünf Jahre alt ist. Wahnsinn, was sich seitdem getan hat. Frank Dainese hat sich wirklich enorm weiterentwickelt. Davon kann sich jeder selbst ein Bild machen, indem er Franks Blog Sceneri Alpini besucht. Und so bleibt zu hoffen, dass uns der Italiener auch in Zukunft mit wunderschönen Bergszenerien beglückt.

Frank Kuhn für flusinews.de

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Testsystem

Computer-Art: Desktop-PC
Hersteller, Produktbezeichnung: Eigenbau
Betriebssystem: Windows 10 Home, 64bit
verwendete Flusi Version: X-Plane 11.11

Mainboard: ASRock Z170 Gaming K4
Prozessor: Intel Core i7-6700k @4×4,2GHZ
Arbeitsspeicher: 16GB DDR-4 (2x 8GB)
Grafik: NVIDIA GeForce GTX 1060 6GB
Festplatte (OS): Intenso SSD Sata III
Festplatte (P3D): Crucial_CT500MX200SSD1

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Autor

Hallo, ich bin Frank und schreibe seit 2011 für flusinews.de. Damals war unsere Website ein kleines Hobbyprojekt, heute eine wichtige Stimme in der Flugsimulator-Szene – auch wenn wir immer noch in unserer Freizeit schreiben. Auf flusinews.de kümmere ich mich um alles, was irgendwie mit Inhalten zu tun hat. Am liebsten schreibe ich ausführliche Hintergrundberichte über Themen, welche die Szene bewegen.

Bisher 2 Kommentare

  1. Thank for the nice review. I’d like to know if this can sit on top of the Orthophoto scenery made from Ortho4XP, so that we could have the better of both?

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